17.12.2025

Automatisierung

automatisierung

Was ist eine Automatisierung?

Automatisierung bedeutet, dass wiederkehrende manuelle Tätigkeiten ganz oder teilweise von Maschinen, Anlagen oder Software übernommen werden. Ziel ist, Prozesse schneller und reproduzierbarer zu machen – also mit weniger Schwankungen im Ergebnis.

Anschaulich lässt sich Automatisierung mit einem „Autopiloten“ vergleichen: Die Rahmenbedingungen werden vorgegeben (z. B. Parameter, Grenzwerte, Prüfkriterien), und das System führt die Schritte danach gleichförmig aus. Menschen bleiben trotzdem wichtig – etwa für Planung, Überwachung, Wartung und das Eingreifen bei Ausnahmen.

Wofür wird Automatisierung eingesetzt?

In der Elektronikentwicklung und Elektronikfertigung wird Automatisierung vor allem dort eingesetzt, wo Arbeitsschritte häufig vorkommen, hohe Stückzahlen entstehen oder eine gleichbleibende Qualität entscheidend ist. Typische Einsatzfelder sind:

  • Bestückung und Handling: automatisches Platzieren von Bauteilen, Zuführung, Transport und Vereinzelung von Leiterplatten.
  • Lötprozesse: stabil reproduzierbare Temperaturprofile und Prozessfenster, z. B. beim Reflow- oder Selektivlötprozess.
  • Prüfung und Inspektion: automatisierte optische Inspektion (AOI), elektrische Tests, Funktionstests mit Prüfadaptern, Datenprotokollierung.
  • Rückverfolgbarkeit und Dokumentation: automatische Erfassung von Seriennummern, Prozess- und Prüfdaten zur Qualitätssicherung.
  • Logistik und Materialmanagement: digitale Materialflüsse, Lager- und Nachschubsteuerung, Vermeidung von Verwechslungen.

Wie funktioniert Automatisierung in der Praxis?

In der Praxis besteht Automatisierung meist aus mehreren Bausteinen, die zusammenspielen: Mechanik (z. B. Greifer, Fördertechnik), Sensorik (Erkennung und Messung), Steuerung/Software (Regeln und Ablauflogik) sowie Datenanbindung (Speichern, Auswerten, Traceability). Ein automatisierter Prozess ist dadurch nicht nur „schneller“, sondern vor allem standardisiert.

Wichtig ist, dass der Prozess vorab sauber definiert wird: Welche Schritte sollen gleich bleiben, welche Toleranzen sind erlaubt, welche Abweichungen müssen erkannt werden? In der Elektronikfertigung zeigt sich das besonders deutlich bei Prüfprozessen: Erst wenn Prüfkriterien eindeutig sind und Messwerte zuverlässig erfasst werden, liefert Automatisierung belastbare Ergebnisse.

Automatisierung wird oft stufenweise eingeführt. Häufig beginnt es mit teilautomatisierten Stationen (z. B. geführte Montage, halbautomatische Tests) und entwickelt sich zu durchgängig vernetzten Abläufen mit automatischer Datenerfassung – ein wichtiger Baustein für Digitalisierung und robuste Serienprozesse.

Warum ist Automatisierung für Unternehmen relevant?

Für Unternehmen ist Automatisierung vor allem relevant, weil sie planbare Abläufe ermöglicht und das Risiko von Schwankungen reduziert. In der Auftragsfertigung und bei Serienprodukten wirken sich automatisierte Prozesse typischerweise in mehreren Dimensionen aus:

  • Qualität und Zuverlässigkeit: Weniger Einfluss von Tagesform oder Routinefehlern, stabilere Prozessparameter, bessere Nachweisbarkeit durch Daten.
  • Kosten: Geringere Stückkosten bei wiederkehrenden Aufgaben und größeren Mengen; gleichzeitig entstehen Investitions- und Einführungsaufwände, die wirtschaftlich bewertet werden müssen.
  • Time-to-Market: Standardisierte und gut beherrschte Abläufe verkürzen Ramp-up-Phasen und erleichtern die Überführung vom Prototyp in die Serie.
  • Skalierbarkeit und Lieferfähigkeit: Kapazitäten lassen sich besser planen, Engpässe reduzieren sich häufig bei wiederholbaren Arbeitsschritten.
  • Transparenz: Automatisch erfasste Prozess- und Prüfdaten unterstützen Qualitätsmanagement, Audits und Reklamationsanalysen.

Automatisierung ist damit kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um definierte Anforderungen in Entwicklung und Fertigung zuverlässig zu erreichen – insbesondere dann, wenn Reproduzierbarkeit und dokumentierte Qualität eine zentrale Rolle spielen.

Im Kontext unserer Leistungen wird Automatisierung häufig als Teil eines durchgängigen, industriellen Prozessverständnisses betrachtet – von klar definierten Arbeitsschritten bis zur prüfbaren Dokumentation. Ein Überblick über entsprechende Zusammenhänge findet sich auf der Seite Full Service EMS.

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