18.12.2025

EMS

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Was bedeutet EMS?

EMS steht für Electronics Manufacturing Services und beschreibt Dienstleistungen rund um die Auftragsfertigung von Elektronik. Im Kern geht es darum, dass ein spezialisiertes Unternehmen die Herstellung elektronischer Baugruppen (z. B. Leiterplatten mit Bauteilen) und häufig auch kompletter Geräte übernimmt.

In vielen Projekten umfasst EMS nicht nur „Produktion“, sondern auch angrenzende Aufgaben wie Materialbeschaffung, Prüfkonzepte, Qualitätsabsicherung, Montage (Box Build) und die logistische Abwicklung.

Wofür wird EMS eingesetzt?

EMS wird eingesetzt, wenn Unternehmen Elektronikprodukte wirtschaftlich und zuverlässig fertigen lassen möchten, ohne dafür eigene Fertigungslinien, Prüfmittel und Prozesse aufbauen zu müssen. Typische Einsatzfelder sind:

  • Serienfertigung elektronischer Baugruppen (z. B. SMT/THT-bestückte Leiterplatten)
  • Produktion kompletter Geräte inklusive Montage, Verkabelung, Gehäuseintegration und Endtest
  • Überführung vom Prototyp in die Serie (Industrialisierung / NPI-nahe Aufgaben)
  • Qualitäts- und Prüfdienstleistungen (z. B. Funktionstest, In-Circuit-Test, Sichtprüfung/AOI je nach Produkt)
  • Materialmanagement und Beschaffung (inkl. Alternativen bei Engpässen/Obsoleszenz)

Wie funktioniert EMS in der Praxis?

In der Praxis ist EMS ein Zusammenspiel aus abgestimmten Prozessen, Daten und Verantwortlichkeiten. Vereinfachend lässt sich der Ablauf so darstellen:

  • Produkt- und Datenübergabe: Stücklisten (BOM), Fertigungsdaten, Spezifikationen, Prüfanforderungen und Freigaben bilden die Grundlage.
  • Industrialisierung: Fertigungs- und Prüfbarkeit werden bewertet (z. B. DFM/DFT), geeignete Prozesse festgelegt und – falls nötig – Anpassungen abgestimmt.
  • Beschaffung & Materialfluss: Bauteile werden eingeplant, beschafft, qualitätsgeprüft und nachvollziehbar gelagert/zugeführt.
  • Fertigung: Bestückung (z. B. SMT), Löten (z. B. Reflow), ergänzende THT-Prozesse, Reinigung/Schutzmaßnahmen je nach Anforderung.
  • Test & Prüfung: Definierte Prüfschritte sichern die Funktion und Qualität; Ergebnisse werden dokumentiert.
  • Montage & Versand: Optionaler Gerätezusammenbau (Box Build), Endprüfung, Verpackung, Etikettierung und Auslieferung.

Wichtig ist dabei die durchgängige Rückverfolgbarkeit (z. B. Chargen, Seriennummern, Prüfprotokolle) – sie erhöht Zuverlässigkeit und vereinfacht Reklamationsbearbeitung und Audits.

Warum ist EMS für Unternehmen relevant?

EMS ist vor allem dann relevant, wenn Qualität, Kosten und Geschwindigkeit gleichzeitig im Blick bleiben sollen. Aus Unternehmenssicht ergeben sich häufig diese Vorteile:

  • Planbarkeit und Skalierung: Kapazitäten lassen sich an Stückzahlen anpassen, ohne eigene Fertigungsinvestitionen.
  • Qualität und Zuverlässigkeit: Etablierte Fertigungs- und Prüfprozesse reduzieren Ausfälle und Nacharbeit.
  • Time-to-Market: Eingespielte Abläufe (inkl. Industrialisierung und Beschaffung) verkürzen die Überführung in die Serie.
  • Kosten- und Risikotransparenz: Klare Prozessschritte, definierte Prüfpläne und Materialstrategien machen Kosten und Risiken besser steuerbar.
  • Automatisierung & Digitalisierung: Moderne EMS-Umgebungen nutzen automatisierte Bestückung, optische Inspektion und digitale Traceability, was Prozesse stabiler macht.

Für viele Projekte bedeutet das: Die internen Teams können sich stärker auf Produkt, Markt und Roadmap konzentrieren, während die Fertigung reproduzierbar und auditfähig organisiert ist.

Wer EMS im Kontext eines ganzheitlichen Leistungsumfangs einordnen möchte, findet ergänzende Informationen auf der Seite Full Service EMS.

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