18.12.2025

Ethernet

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Was ist Ethernet?

Ethernet ist ein weit verbreiteter Standard für lokale Netzwerke (LAN). Über Ethernet werden Daten zwischen Geräten in einem Netzwerk übertragen – typischerweise kabelgebunden über Twisted-Pair-Kupferleitungen oder Glasfaser.

Vereinfacht lässt sich Ethernet als „gemeinsame Sprache“ verstehen, die festlegt, wie Datenpakete im Netzwerk adressiert, übertragen und geprüft werden. Dadurch können Komponenten unterschiedlicher Hersteller in einem Netzwerk zusammenarbeiten, solange sie den Standard einhalten.

Wofür wird Ethernet eingesetzt?

Ethernet kommt überall dort zum Einsatz, wo Geräte zuverlässig und mit klar definierten Regeln miteinander kommunizieren sollen – vom Büro bis zur Produktionslinie. In elektronischen Systemen ist Ethernet besonders relevant, wenn Datenmengen steigen oder mehrere Teilnehmer parallel kommunizieren müssen.

  • Industrieanlagen und Maschinenbau: Vernetzung von Steuerungen, HMI/Bediengeräten, Sensor- oder Gateway-Einheiten
  • Prüf- und Testsysteme: Anbindung von Prüfständen, Messrechnern und Datenbanken
  • IoT/IIoT und Edge-Systeme: Datensammlung am Gerät und Weitergabe in IT- oder Cloud-Systeme
  • Gebäude- und Sicherheitstechnik: Netzwerkfähige Controller, Kameras, Zutritts- oder Automationskomponenten

Wie funktioniert Ethernet in der Praxis?

In einem Ethernet-Netzwerk werden Daten in Form von Frames (Datenrahmen) übertragen. Jeder Teilnehmer besitzt eine eindeutige Hardware-Adresse (MAC-Adresse). Netzwerkkomponenten wie Switches sorgen dafür, dass Daten innerhalb eines LAN gezielt weitergeleitet werden.

Für die Anwendung ist häufig nicht nur „Ethernet“ entscheidend, sondern das Zusammenspiel aus mehreren Schichten: Ethernet als Übertragungsbasis, darüber meist IP (Adressierung im Netzwerk) und darauf aufbauende Protokolle wie TCP/UDP sowie Anwendungsprotokolle (z. B. für Gerätekommunikation oder Datenerfassung). In industriellen Umgebungen spielen zusätzlich Themen wie EMV-gerechtes Design, Schirmung, Steckverbinderkonzept und die robuste Auslegung der Schnittstelle eine wichtige Rolle.

Aus Sicht der Hardwareentwicklung betrifft Ethernet typischerweise:

  • die physikalische Schnittstelle (PHY), die elektrische Signale auf das Medium bringt
  • die Magnetics/Trennung (Übertrager) zur galvanischen Entkopplung und Störfestigkeit
  • das Layout (Impedanzführung, Rückstrompfade, Schirmkonzept) für Signalqualität
  • die Firmware/Software (Treiber, Netzwerk-Stack, Diagnosefunktionen)

Warum ist Ethernet für Unternehmen relevant?

Ethernet ist in vielen Projekten ein Schlüsselthema, weil es direkte Auswirkungen auf Zuverlässigkeit, Integrationsaufwand und die spätere Wartbarkeit hat. Eine sauber umgesetzte Ethernet-Schnittstelle reduziert Kommunikationsprobleme und erleichtert die Einbindung in vorhandene IT- und Produktionsnetzwerke.

  • Zuverlässigkeit und Qualität: stabile Datenübertragung, Diagnosemöglichkeiten und definierte Mechanismen zur Fehlererkennung
  • Kosten und Risiko: etablierter Standard mit breiter Komponentenverfügbarkeit; gleichzeitig vermeiden sauberes Design und Tests teure Feldprobleme
  • Time-to-Market: standardisierte Schnittstelle beschleunigt Integration, Abnahme und Inbetriebnahme
  • Digitalisierung und Automatisierung: Ethernet ist häufig die Basis für durchgängige Datenflüsse (z. B. Zustandsdaten, Prozessdaten, Remote-Service)

Weitere Einordnung und typische Projektzusammenhänge entstehen häufig an der Schnittstelle zwischen Hard- und Software sowie der späteren Serienumsetzung – dazu finden sich Hintergründe in unserem Bereich Full Service EMS.

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