Der Flying-Probe-Test ist ein elektrisches Prüfverfahren für Leiterplatten und Baugruppen. Statt eines festen Prüfadapters („Nadelbett“) bewegen sich mehrere Messspitzen (Probes) gezielt über definierte Testpunkte und kontaktieren diese nacheinander.
Anschaulich lässt sich das mit einem Multimeter vergleichen, das nicht von Hand angesetzt wird, sondern von einer präzisen Maschine automatisch an vielen Stellen hintereinander misst. Dadurch können auch komplexe Baugruppen geprüft werden, ohne dass zuerst ein individueller Adapter gebaut werden muss.
Der Flying-Probe-Test wird vor allem eingesetzt, um elektrische Fehler früh zu finden und die Funktionsfähigkeit einer Baugruppe abzusichern. Typische Einsatzfälle in der Elektronikfertigung sind:
In vielen Projekten ergänzt der Flying-Probe-Test optische Prüfungen (z. B. AOI), weil er nicht nur „sieht“, sondern elektrisch prüft.
In der Praxis basiert der Test auf einem Prüfprogramm, das aus den Produktdaten (z. B. CAD-/Netzlisten-Informationen und definierten Testpunkten) abgeleitet wird. Die Anlage positioniert die Baugruppe, fährt die Messspitzen an und führt die Messungen automatisch aus.
Übliche Prüfschritte sind:
Wichtig ist dabei die Testbarkeit: Wenn Testpunkte fehlen oder Bauteile sehr dicht stehen, wird der Test aufwendiger oder nicht überall möglich. Deshalb lohnt es sich, Testbarkeit früh im Layout mitzudenken (Design for Manufacturing/Testability).
Für Unternehmen ist der Flying-Probe-Test vor allem eine Abwägung aus Qualität, Kosten und Time-to-Market:
Für die Projektplanung bedeutet das: Der Flying-Probe-Test ist häufig ein pragmatischer Qualitätsbaustein, um Prototypen und kleine Serien robust abzusichern, ohne die Startphase durch zusätzliche Betriebsmittel zu verlängern.
Prüf- und Qualitätsschritte in der Produktion gehören zum Bereich der Elektronikfertigung.
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