18.12.2025

IC

ic

Was bedeutet IC?

IC steht für Integrated Circuit, auf Deutsch meist „integrierter Schaltkreis“. Gemeint ist ein elektronisches Bauteil, in dem sehr viele einzelne Schaltungselemente (z. B. Transistoren, Widerstände) auf einem winzigen Halbleiterchip zusammengefasst sind.

Anschaulich lässt sich ein IC als „komplette Elektronik im Miniaturformat“ verstehen: Statt viele Einzelbauteile auf einer Leiterplatte zu verteilen, übernimmt ein IC eine definierte Funktion in kompakter, standardisierter Form.

Wofür wird ein IC eingesetzt?

ICs sind in nahezu jedem elektronischen Produkt enthalten. Je nach Art übernehmen sie sehr unterschiedliche Aufgaben, zum Beispiel:

  • Rechnen und Steuern: Mikrocontroller, Mikroprozessoren, ASICs
  • Signalverarbeitung: Verstärker-ICs, A/D- und D/A-Wandler, Sensor-Auswerte-ICs
  • Stromversorgung: Spannungsregler, Treiber- und Schutz-ICs
  • Kommunikation: Schnittstellen-ICs (z. B. für Feldbus, Ethernet, serielle Kommunikation)
  • Speicher: Flash, EEPROM, RAM (je nach Bauart als IC realisiert)

Für Elektronikentwicklung und Elektronikfertigung sind ICs deshalb zentrale Komponenten: Sie bestimmen Funktionen, Leistungsfähigkeit und oft auch die spätere Bauteilverfügbarkeit.

Wie funktioniert ein IC in der Praxis?

In der Praxis wird ein IC als fertiges Bauteil in einem Gehäuse (Package) beschafft und in eine Baugruppe integriert. Das Gehäuse stellt die elektrischen Anschlüsse bereit (Pins, Gullwing, Ball-Grid-Array usw.), während die eigentliche Schaltung im Inneren auf einem Halbleiterchip sitzt.

In der Entwicklung wird festgelegt, welche ICs die benötigten Funktionen abdecken. Dazu gehören unter anderem Versorgungsspannungen, Ein- und Ausgänge, Schnittstellen, Leistungsaufnahme sowie Umgebungsanforderungen (Temperaturbereich, EMV-Verhalten, Robustheit). In der Fertigung wird der IC typischerweise per SMT oder THT bestückt, gelötet und anschließend über Tests (z. B. Funktionstest, In-Circuit-Test je nach Konzept) abgesichert.

Wichtig ist außerdem das „Drumherum“: Abblockkondensatoren, Layout-Regeln, thermische Anbindung und ESD-Schutz entscheiden mit darüber, ob ein IC im Feld zuverlässig arbeitet.

Warum ist ein IC für Unternehmen relevant?

ICs wirken sich direkt auf Kosten, Lieferfähigkeit, Qualität und Time-to-Market aus. Die Auswahl eines passenden ICs ist daher nicht nur eine technische, sondern auch eine wirtschaftliche Entscheidung.

  • Verfügbarkeit & Obsoleszenz: Ein IC kann abgekündigt werden oder zeitweise schwer beschaffbar sein. Das beeinflusst Serienfertigung, Ersatzteilkonzepte und Lebenszykluskosten.
  • Qualität & Zuverlässigkeit: Passende Spezifikationen, sauberes Design (z. B. EMV/Layout) und geeignete Prüfstrategien reduzieren Ausfälle und Reklamationen.
  • Fertigbarkeit: Gehäuseform, Pitch, Feuchteempfindlichkeit (MSL) und Lötprofil beeinflussen Prozessstabilität, Ausschuss und Automatisierbarkeit.
  • Time-to-Market: Standard-ICs können Entwicklungszeit verkürzen, während Speziallösungen (z. B. ASIC/SoC) Vorteile bei Performance oder Stückkosten bringen, aber höhere Entwicklungsaufwände bedeuten.

Als E²MS-/EMS-Dienstleister betrachten wir ICs deshalb immer im Zusammenspiel aus Spezifikation, Designregeln, Lieferkette und Prüfkonzept – damit Baugruppen auch in Serie stabil gefertigt und langfristig betreut werden können.

Mehr Kontext dazu, wie solche Bauteilentscheidungen in Projekten zusammenlaufen und welche Schnittstellen zwischen Entwicklung, Beschaffung und Fertigung typischerweise relevant sind, findet sich im Überblick zu Full Service EMS.

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