RTC steht für Real Time Clock, auf Deutsch meist Echtzeituhr. Gemeint ist ein Baustein (oder eine Funktionseinheit), der Datum und Uhrzeit kontinuierlich weiterführt – unabhängig davon, ob ein Mikrocontroller oder ein Betriebssystem gerade aktiv ist.
Anschaulich lässt sich eine RTC mit einer Armbanduhr im Gerät vergleichen: Auch wenn das „eigentliche Gerät“ aus ist, läuft die Uhr weiter. Damit beim nächsten Einschalten sofort eine plausible Zeit verfügbar ist, wird die RTC typischerweise über eine kleine Pufferquelle (z. B. Knopfzelle oder Superkondensator) versorgt.
Eine RTC wird überall dort eingesetzt, wo ein System eine verlässliche Zeitbasis braucht – auch über Stromausfälle, Standby-Phasen oder Batteriewechsel hinweg. Typische Anwendungsfälle in Elektronikprodukten sind:
In der Praxis besteht eine RTC aus einem sehr stromsparenden Zeitgeber und einer Zähl-Logik für Sekunden, Minuten, Stunden sowie Datum. Häufig wird dazu ein Quarz als Taktquelle verwendet, weil er eine stabile Frequenz liefert. Die RTC läuft mit minimalem Energiebedarf, damit eine kleine Pufferung lange ausreicht.
Die Anbindung an den Mikrocontroller erfolgt typischerweise über gängige Schnittstellen wie I²C oder SPI. Die Firmware liest Uhrzeit und Datum aus, setzt sie bei Bedarf (z. B. nach Erstinbetriebnahme) und nutzt RTC-Funktionen wie Alarm/Weckzeit, um das System zu bestimmten Zeitpunkten zu aktivieren.
In Entwicklung und Serienfertigung ist außerdem wichtig, wie die Zeit initial gesetzt wird: etwa über die Produktion (Programmierung/Endtest), über eine Netzwerkzeit (falls vorhanden) oder über eine Bedienoberfläche. Hier entscheidet sich, ob Geräte in der Fläche konsistent arbeiten und ob Logs im Servicefall wirklich auswertbar sind.
Eine RTC ist ein kleines Bauteil, hat aber spürbare Auswirkungen auf Zuverlässigkeit, Servicefähigkeit und Kosten über den Lebenszyklus:
Im Zusammenspiel aus Schaltungsdesign, Firmware und Prüfkonzept lässt sich eine RTC so integrieren, dass Zeitstempel im Betrieb verlässlich sind und in der Fertigung reproduzierbar geprüft werden können – ein typischer Schnittpunkt zwischen Elektronikentwicklung und späterer Serienumsetzung.
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