USV ist die Abkürzung für Unterbrechungsfreie Stromversorgung. Gemeint ist ein System, das bei Störungen im Stromnetz (z. B. Spannungseinbruch oder kompletter Ausfall) die angeschlossenen Verbraucher weiter mit Energie versorgt – entweder für einige Sekunden bis Minuten oder, je nach Auslegung, auch deutlich länger.
Vereinfacht lässt sich eine USV als „Puffer“ zwischen Stromnetz und Gerät verstehen: Solange das Netz in Ordnung ist, versorgt es die Last und hält gleichzeitig eine Energiereserve bereit. Bei einem Problem übernimmt diese Reserve nahtlos.
USV-Lösungen werden überall dort eingesetzt, wo ein ungeplanter Stromausfall oder instabile Netzqualität zu Risiken führt – technisch, organisatorisch oder wirtschaftlich. Typische Einsatzfelder sind:
Eine USV besteht in der Regel aus drei Bausteinen: Leistungselektronik (zum Umformen und Regeln), Energiespeicher (meist Akkus, teils Supercaps) und einer Überwachung/Steuerung. Im Normalbetrieb versorgt die USV die angeschlossene Last und überwacht gleichzeitig die Netzqualität.
Kommt es zu einer Störung, übernimmt die USV innerhalb sehr kurzer Zeit die Versorgung aus dem Energiespeicher. Je nach USV-Topologie passiert das praktisch ohne Unterbrechung (z. B. Online/Double-Conversion) oder mit sehr kurzer Umschaltzeit (z. B. Line-Interactive/Offline). Für Unternehmen zählt dabei vor allem die Frage, welche Verbraucher wie empfindlich sind und wie viel Überbrückungszeit wirklich benötigt wird.
In der Praxis wird außerdem definiert, was im Störfall passieren soll: weiterlaufen (bis die Reserve endet), geordnet herunterfahren oder gezielt nur kritische Teilbereiche versorgen. Bei vernetzten Systemen spielt auch die Übermittlung von Statusinformationen (z. B. „Batteriebetrieb“, „Restlaufzeit“) eine Rolle, um Prozesse automatisiert zu steuern.
Eine USV ist weniger ein „Zusatzgerät“, sondern häufig ein Baustein für Zuverlässigkeit und Planbarkeit im Betrieb. Typische Vorteile und betriebliche Effekte sind:
Für Elektronikentwicklung und -fertigung ist wichtig, die USV-Anforderungen früh zu klären: Leistungsaufnahme, Einschaltströme, zulässige Umschaltzeiten, Umgebungsbedingungen, EMV-Anforderungen und Wartungsstrategie. Daraus ergeben sich belastbare Entscheidungen für Architektur, Komponenten und Testkonzept.
Im Kontext robuster Systeme lohnt sich auch ein Blick auf verwandte Schutzkonzepte wie Überspannungsschutz, da beide Themen gemeinsam dazu beitragen, Ausfälle durch Netzereignisse zu reduzieren.
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