Mikroelektronik bezeichnet Elektronik im sehr kleinen Maßstab – typischerweise dort, wo Funktionen nicht mehr aus einzelnen Bauteilen auf einer Leiterplatte aufgebaut werden, sondern direkt in winzigen Strukturen auf einem Halbleiterchip entstehen. Statt Widerständen, Kondensatoren und Transistoren als einzelne Komponenten werden diese (vereinfacht gesagt) „im Silizium“ realisiert.
Anschaulich ist der Unterschied wie bei einem Stadtplan: Klassische Elektronik verteilt „Gebäude“ (Bauteile) über eine „Straßenkarte“ (Leiterplatte). Mikroelektronik verdichtet viele Funktionen in ein „Hochhaus“ (Chip), das später auf die Leiterplatte kommt.
Wichtig ist dabei: Mikroelektronik meint meist nicht die Leiterplattenfertigung selbst, sondern die Chip- und Wafer-Technologie (Halbleiterfertigung) sowie das Design integrierter Schaltungen. Für viele Projekte in der Elektronikentwicklung und Elektronikfertigung ist Mikroelektronik trotzdem zentral, weil fast jedes moderne Produkt auf ICs (Integrated Circuits) basiert.
Mikroelektronik ist in sehr vielen Branchen die technische Grundlage, weil sie Rechenleistung, Sensorik und Kommunikation auf kleinem Raum ermöglicht. Typische Anwendungsfelder sind:
In EMS/Elektronikfertigung zeigt sich Mikroelektronik vor allem über die eingesetzten Bauteile: Mikrocontroller, Speicher, Power-Management-ICs, HF-Chips oder hochintegrierte Sensoren – häufig in sehr feinen Gehäusen mit engen Prozessfenstern.
In der Mikroelektronik werden Schaltungen nicht „zusammengelötet“, sondern in mehreren Prozessschritten auf einem Wafer aufgebaut. Aus vielen identischen Chips auf einem Wafer entstehen nach dem Trennen (Dicing) einzelne Bauteile, die anschließend verpackt (Packaging) und getestet werden. Diese Bauteile werden später als ICs in der Baugruppe eingesetzt.
Für Projekte rund um Elektronikentwicklung und Auftragsfertigung ist vor allem die Schnittstelle zur Baugruppe entscheidend. In der Praxis geht es häufig um Fragen wie:
Gerade bei hoher Integration verschiebt sich der Aufwand oft nach vorne: Eine saubere Spezifikation, Bauteil- und Footprint-Auswahl sowie ein fertigungsgerechtes Layout beeinflussen Qualität, Ausbeute und Time-to-Market stärker als spätere Korrekturen in der Serie.
Mikroelektronik ist nicht nur „Technik im Chip“, sondern ein strategischer Faktor für Produkt- und Lieferkettenentscheidungen. Für Unternehmen wird das vor allem in vier Punkten sichtbar:
In Projekten mit Elektronikentwicklung und Elektronikfertigung bedeutet das: Mikroelektronik ist oft der „Taktgeber“ für Layout, Fertigungsfenster, Prüfkonzept und Obsoleszenzmanagement – und damit für planbare Serienqualität.
Wer Mikroelektronik in Baugruppen einsetzt, profitiert meist davon, Entwicklungs- und Fertigungsaspekte früh zusammenzudenken; ein guter Einstieg in den Gesamtzusammenhang ist der Überblick zur Elektronikentwicklung.
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