Das Mooresche Gesetz ist eine bekannte Beobachtung aus der Halbleiterindustrie: Die Anzahl der Transistoren auf einem Chip steigt über die Zeit stark an – oft vereinfacht ausgedrückt „etwa eine Verdopplung alle zwei Jahre“.
Wichtig ist dabei: Es handelt sich nicht um ein Naturgesetz, sondern um eine Faustregel, die über viele Jahre als grobe Orientierung für die Entwicklung von Prozessoren, Speicherbausteinen und anderen integrierten Schaltungen gedient hat.
Anschaulich lässt es sich mit einem Stadtplan vergleichen: Wenn auf derselben Fläche immer mehr „Häuser“ (Transistoren) Platz finden, können mehr Funktionen integriert werden – zum Beispiel höhere Rechenleistung, mehr Speicher oder zusätzliche Schnittstellen. Gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an Design, Fertigungstechnologie, Test und Qualitätssicherung.
In der Praxis wird das Mooresche Gesetz vor allem als Denkmodell genutzt, um Technologie-Roadmaps zu planen und Erwartungen an Leistungssteigerungen einzuordnen. Typische Einsatzfelder sind:
Für Elektronikentwicklung und EMS/EMS²-Dienstleistungen ist die zentrale Frage weniger „wie viele Transistoren hat ein Chip“, sondern: Welche Funktionen lassen sich dadurch integrieren, und welche Konsequenzen ergeben sich für Design, Beschaffung, Prüfstrategie und Serienüberführung.
Die Beobachtung basiert darauf, dass Halbleiterhersteller die Strukturgrößen in der Chipfertigung über viele Jahre verkleinert haben. Dadurch lassen sich mehr Transistoren auf gleicher Fläche unterbringen. Mit jeder neuen Fertigungsgeneration wurden Chips typischerweise leistungsfähiger und konnten bei passender Auslegung auch energieeffizienter werden.
In der Praxis hat diese Entwicklung mehrere Auswirkungen, die in Projekten häufig sichtbar werden:
Gleichzeitig ist bekannt, dass physikalische und wirtschaftliche Grenzen die klassische „Verdopplung alle zwei Jahre“ in vielen Bereichen verlangsamt haben. In der Produktentwicklung bedeutet das: Fortschritt entsteht nicht nur über kleinere Strukturen, sondern auch über neue Architekturen, Packaging-Technologien und clevere Systemauslegung.
Für Unternehmen ist das Mooresche Gesetz vor allem deshalb relevant, weil es Erwartungen an Tempo und Richtung technologischer Entwicklung geprägt hat – und damit ganz konkrete Entscheidungen beeinflusst:
In Summe hilft das Verständnis des Mooreschen Gesetzes dabei, technologische Trends realistisch einzuordnen und Projekte so zu planen, dass Leistung, Qualität und Lieferfähigkeit im Gleichgewicht bleiben.
Wer technische Roadmaps in konkrete Produkte überführen möchte, profitiert von einer strukturierten Vorgehensweise in der Elektronikentwicklung – insbesondere, wenn Komplexität, Bauteilverfügbarkeit und Prüfkonzepte früh gemeinsam betrachtet werden.
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