19.12.2025

OLED

oled

Was bedeutet OLED?

OLED steht für Organic Light Emitting Diode. Gemeint ist eine Displaytechnologie, bei der jeder Bildpunkt (Pixel) aus organischen Leuchtdioden besteht und selbst Licht erzeugt – eine Hintergrundbeleuchtung wie bei klassischen LCD-Displays ist nicht nötig.

Einfacher Vergleich: Bei einem LCD ist das Display wie eine „beleuchtete Leinwand“ (Lichtquelle hinten, Bild entsteht durch Filter). Bei OLED ist es eher wie ein „Bild aus vielen winzigen Lampen“: Jeder Pixel kann einzeln ein- und ausgeschaltet sowie in seiner Helligkeit geregelt werden.

Wofür wird OLED eingesetzt?

OLED wird überall dort eingesetzt, wo eine hochwertige Darstellung bei gleichzeitig flacher Bauform gefragt ist. Typische Einsatzfelder sind:

  • Bedien- und Anzeigeeinheiten in Geräten (z. B. Statusanzeigen, Menüs, kleine Grafikdisplays)
  • Industrie- und Medizintechnik (z. B. kompakte Anzeigen mit gutem Kontrast)
  • Konsumgüter (z. B. Wearables, Handheld-Geräte)
  • Automatisierungs- und IoT-Anwendungen, bei denen Baugröße, Stromverbrauch und Lesbarkeit wichtige Rollen spielen

In Entwicklungsprojekten begegnet OLED häufig als Teil des Mensch-Maschine-Interfaces (HMI), also dort, wo ein Gerät Informationen sichtbar ausgibt.

Wie funktioniert OLED in der Praxis?

In einem OLED-Display befinden sich mehrere sehr dünne Schichten, darunter organische Materialien, die bei angelegter Spannung Licht emittieren. Je nach Aufbau werden die Pixel über eine Treiberlogik (Controller/Driver-IC) angesteuert. Die Ansteuerung erfolgt in der Praxis meist über gängige Schnittstellen (z. B. SPI, I²C, parallel), abhängig von Auflösung und Datenrate.

Für die Elektronikentwicklung ist dabei relevant, dass ein Display nicht nur „irgendwie angeschlossen“ wird, sondern als System betrachtet werden muss:

  • Elektrische Integration: Versorgung, Pegel, EMV-Verhalten, Leitungslängen, Stecker/Kabel
  • Mechanische Integration: Einbauraum, Frontscheibe, Dichtung, Befestigung, Toleranzen
  • Software/Firmware: Initialisierung, Grafikbibliothek, Update-Strategie, Boot-Verhalten
  • Umgebungsbedingungen: Temperaturbereich, Lebensdauer, Feuchte, UV-Einfluss

In der Fertigung kommen zusätzlich Aspekte wie ESD-Schutz, definierte Montageabläufe und prüfbare Schnittstellen hinzu (z. B. ob das Display nach der Endmontage zuverlässig initialisiert und fehlerfrei dargestellt wird).

Warum ist OLED für Unternehmen relevant?

OLED kann je nach Anwendung klare technische und wirtschaftliche Auswirkungen haben:

  • Kontrast und Lesbarkeit: Da echte „schwarze“ Pixel einfach ausgeschaltet sind, sind Kontraste sehr hoch – hilfreich bei Statusanzeigen und dunklen Umgebungen.
  • Bauhöhe und Designfreiheit: Der Wegfall einer Hintergrundbeleuchtung ermöglicht kompakte, flache Geräteaufbauten.
  • Energiebedarf im Betrieb: Bei dunklen Oberflächen oder vielen „ausgeschalteten“ Pixeln kann der Verbrauch vorteilhaft sein; bei sehr hellen Flächen kann er dagegen steigen. Das sollte früh in der Konzeptphase bewertet werden.
  • Zuverlässigkeit und Lebensdauer: Helligkeitsabnahme über die Zeit (Alterung) und die Nutzung (z. B. dauerhaft gleiche Inhalte) spielen eine Rolle. Das beeinflusst Anforderungen an UI-Design, Helligkeitsmanagement und Tests.
  • Beschaffung und Produktpflege: Verfügbarkeit, Second Source, langfristige Lieferfähigkeit und Austauschbarkeit sind für Serienprodukte entscheidend – und damit direkt relevant für Kosten, Risiko und Time-to-Market.

Für Projekte bedeutet das: Die Wahl „OLED oder Alternative“ ist nicht nur eine Display-Frage, sondern betrifft Systemdesign, Qualitätssicherung, Fertigungsprozess und die langfristige Wartbarkeit eines Produkts.

Im Kontext von Entwicklung und Serienüberführung betrachten wir OLED deshalb frühzeitig als Teil des Gesamtsystems – von der Hardware- und Firmware-Integration bis zur prüfbaren Montage in der Elektronikentwicklung.

Copyright 2026 VIERLING Production GmbH - Alle Rechte vorbehalten.