19.12.2025

Regelungstechnik

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Was ist Regelungstechnik?

Regelungstechnik ist die Technik zur Stabilisierung von Systemen mittels Rückkopplung. Ein System wird dabei so geführt, dass es einen gewünschten Zustand (Sollwert) möglichst genau erreicht und trotz Störungen hält.

Ein einfaches Bild: Wie beim Tempomat im Auto wird laufend gemessen, ob die Geschwindigkeit dem Ziel entspricht. Weicht der Istwert ab (z. B. durch Steigung), wird automatisch gegengesteuert. In der Elektronik passiert das ebenso – nur mit Sensoren, Signalen und Aktoren.

Wofür wird Regelungstechnik eingesetzt?

Regelungstechnik kommt überall dort zum Einsatz, wo ein Zustand präzise, stabil und wiederholbar eingehalten werden soll – auch wenn sich Umgebung oder Last ändern.

  • Leistungselektronik: geregelte Spannungs- und Stromversorgung (z. B. DC/DC-Wandler), Batterieladung, Motorantriebe
  • Industrie & Automatisierung: Drehzahl-, Positions- oder Kraftregelung in Maschinen und Antrieben
  • Temperaturführung: Heizer, Klimatisierung, Reflow-Prozesse, Präzisionsgeräte
  • Sensorik & Messtechnik: stabile Messbedingungen, Kompensation von Drift und Umwelteinflüssen
  • Medizin- und Labortechnik: kontrollierte, sichere Zustände mit hoher Wiederholgenauigkeit

Wie funktioniert Regelungstechnik in der Praxis?

In der Praxis besteht ein Regelkreis typischerweise aus vier Bausteinen:

  • Führungsgröße (Sollwert): der gewünschte Zielwert, z. B. 24 V Ausgangsspannung oder 60 °C Temperatur
  • Messung (Istwert): Sensor oder Messschaltung erfasst den aktuellen Zustand
  • Regler: vergleicht Soll- und Istwert und berechnet eine Stellgröße (klassisch z. B. PI/PID, oder softwarebasiert)
  • Stellglied / Aktor: setzt die Stellgröße um, z. B. PWM-Ansteuerung eines Leistungstransistors, Ventil, Motor

Wesentlich ist die Rückkopplung: Das Ergebnis der Stellaktion wird wieder gemessen und fließt erneut in die Regelentscheidung ein. So kann das System auf Störungen reagieren – etwa Lastsprünge, Temperaturänderungen, Bauteiltoleranzen oder Alterung.

In Elektronikprojekten ist die Regelung häufig eine Kombination aus Hardware und Software: analoge Messpfade (z. B. Strommessung), digitale Signalverarbeitung (z. B. im Mikrocontroller) und ein sauber ausgelegtes Leistungs- und Layoutkonzept. Gerade in der Serienfertigung zeigt sich die Praxistauglichkeit daran, wie robust der Regelkreis gegenüber Streuungen und EMV-Einflüssen bleibt.

Warum ist Regelungstechnik für Unternehmen relevant?

Regelungstechnik wirkt sich direkt auf Produktqualität, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit aus – und damit auf Risiken und Aufwand über den gesamten Lebenszyklus.

  • Zuverlässige Funktion trotz Störungen: stabile Ausgangswerte reduzieren Ausfälle, Fehlfunktionen und Reklamationen.
  • Definierte Performance: Regelgüte (Genauigkeit, Einschwingzeit, Überschwingen) wird planbar und messbar – wichtig für Spezifikationen und Abnahmen.
  • Robustheit in der Serie: eine gut ausgelegte Regelung toleriert Bauteilstreuungen und Prozessschwankungen besser – das senkt Ausschuss und Nacharbeit.
  • Kosten und Time-to-Market: frühe, realistische Auslegung (inkl. Tests) verhindert späte Iterationen bei Hardware, Firmware und EMV.
  • Digitalisierung & Diagnose: softwarebasierte Regelungen erlauben Parametrierung, Logging und Zustandsüberwachung – hilfreich für Wartung, Traceability und kontinuierliche Verbesserung.

Für Projekte bedeutet das: Regelungstechnik ist selten „nur ein Detail“. Sie entscheidet oft darüber, ob ein Produkt im Feld stabil arbeitet und ob die Fertigung die geforderte Qualität reproduzierbar erreicht.

Im Kontext der Entwicklung wird Regelungstechnik bei uns häufig gemeinsam mit Hardware- und Firmware-Entscheidungen betrachtet – von der Sensorik über das Schaltungs- und Layoutdesign bis zur Verifikation. Ein Überblick über Vorgehen und Schnittstellen findet sich auch im Bereich Elektronikentwicklung.

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