19.12.2025

Switch

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Was ist ein Switch?

Ein Switch ist ein Netzwerkgerät, das Datenpakete innerhalb eines Netzwerks gezielt von einem Anschluss (Port) zu einem anderen weiterleitet. Im Unterschied zu einfachen Verteilern („Hubs“) sendet ein Switch Daten nicht an alle angeschlossenen Geräte, sondern nur an den Empfänger, für den die Daten bestimmt sind.

Anschaulich lässt sich das mit einer Poststelle vergleichen: Statt jede Sendung an alle Abteilungen zu verteilen, wird jedes Paket anhand der Adresse direkt zur richtigen Stelle gebracht. Das reduziert „Datenverkehr im Flur“ und macht die Kommunikation im Netzwerk effizienter.

Wofür werden Switches eingesetzt?

Switches sind in vielen Umgebungen eine Grundkomponente, überall dort, wo mehrere Geräte zuverlässig und performant miteinander kommunizieren sollen, zum Beispiel:

  • Industrie und Produktion: Vernetzung von Maschinen, Steuerungen (z. B. SPS), HMI-Panels, Kameras oder Sensor-Gateways.
  • Gebäude- und Sicherheitstechnik: IP-Kameras, Zutrittskontrolle, Brandmelde- und Gebäudemanagementsysteme.
  • Medizintechnik und Laborumgebungen: Anbindung von Analysegeräten, Arbeitsplätzen und Servern (typischerweise mit klaren Anforderungen an Verfügbarkeit).
  • IT-Infrastruktur im Unternehmen: Arbeitsplatz-Netzwerke, Serverräume, WLAN-Access-Points, VoIP-Telefonie.

In elektronischen Produkten selbst kommen Switches häufig als Teil einer Gesamtlösung vor – etwa in Gateways, Industrie-PCs, Kommunikationsmodulen oder vernetzten Steuergeräten, die mehrere Ethernet-Teilnehmer anbinden müssen.

Wie funktioniert ein Switch?

Ein Switch analysiert eingehende Ethernet-Frames und lernt dabei, welches Gerät an welchem Port angeschlossen ist. Diese Zuordnung basiert auf der sogenannten MAC-Adresse (eine Art „Hardware-Adresse“ des Netzwerkanschlusses). Sobald ein Switch weiß, an welchem Port eine bestimmte MAC-Adresse erreichbar ist, leitet er weitere Datenpakete gezielt dorthin.

In der Praxis spielen zusätzlich häufig diese Funktionen eine Rolle:

  • VLANs (virtuelle Netzwerke): Logische Trennung von Netzbereichen auf demselben Switch, z. B. getrennte Netze für Produktion, Service und Office. Das unterstützt Sicherheit und Ordnung im Netz.
  • QoS (Quality of Service): Priorisierung wichtiger Daten, z. B. für Echtzeitkommunikation, Sprachdaten oder zeitkritische Steuerungsdaten.
  • Redundanz-Konzepte: Je nach Umgebung werden Ausfallsicherheit und unterbrechungsarme Kommunikation über Topologien und Protokolle unterstützt.
  • Managed vs. Unmanaged: Unmanaged-Switches arbeiten „plug & play“. Managed-Switches lassen sich konfigurieren und überwachen (z. B. für VLAN, Diagnose, Logging) – wichtig für industrielle Anlagen und größere Netzwerke.

Für uns in Entwicklung und Fertigung ist dabei relevant, dass Switch-Auswahl und -Einbindung nicht nur „irgendwie funktionieren“ müssen, sondern zum Einsatzprofil passen: Temperaturbereich, EMV-Verhalten, Spannungsversorgung, Steckverbinderkonzept, mechanische Integration sowie Testbarkeit in der Produktion.

Warum ist ein Switch für Unternehmen relevant?

Ein passend ausgewählter und korrekt integrierter Switch ist kein Detail, sondern beeinflusst die Gesamtleistung und Stabilität vernetzter Systeme. Typische Auswirkungen auf Unternehmensziele sind:

  • Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit: Stabile Netzkommunikation reduziert Ausfälle und Fehlersuche – besonders in automatisierten Anlagen oder 24/7-Systemen.
  • Qualität und Diagnosefähigkeit: Managed-Switches ermöglichen Monitoring und Fehlereingrenzung (z. B. Port-Status, Fehlerzähler), was Serviceprozesse unterstützt.
  • Kosten und Skalierbarkeit: Eine passende Portanzahl, geeignete Funktionen (z. B. VLAN) und ein stimmiges Redundanzkonzept vermeiden spätere Umbauten und Folgekosten.
  • Time-to-Market: Wenn Netzwerkarchitektur und Schnittstellen früh sauber definiert sind, sinkt das Risiko von Integrationsproblemen kurz vor Serienstart.
  • Digitalisierung und Automatisierung: Switches sind ein Baustein, um Maschinen-, Sensor- und IT-Welten strukturiert zu verbinden – Voraussetzung für Datenerfassung, Fernwartung und durchgängige Prozesse.

Je nach Produkt und Umfeld ist außerdem relevant, ob der Switch „nur“ in einer IT-Umgebung läuft oder ob industrielle Anforderungen erfüllt werden müssen (z. B. Hutschienenmontage, erweiterter Temperaturbereich, robuste Spannungsversorgung, EMV-Festigkeit).

Mehr Kontext dazu, wie wir vernetzte Geräte von der Schnittstellendefinition bis zur Serienfertigung begleiten, findet sich im Überblick zur Full Service EMS.

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