19.12.2025

Yield

yield

Was bedeutet Yield?

Yield bedeutet in der Elektronikfertigung Fertigungsausbeute. Gemeint ist der Anteil der Baugruppen oder Geräte, die einen definierten Fertigungsschritt oder die gesamte Fertigung ohne Fehler bestehen.

Ein einfaches Beispiel: Wenn 1.000 Baugruppen gefertigt werden und 980 davon den Test beim ersten Durchlauf bestehen, liegt der Yield in diesem Schritt bei 98 %. Damit wird Yield zu einer KPI, die Qualität und Prozessstabilität messbar macht.

Wofür wird Yield eingesetzt?

Yield wird eingesetzt, um Fertigungsprozesse zu bewerten, zu vergleichen und gezielt zu verbessern. In der Praxis betrachten wir Yield häufig auf unterschiedlichen Ebenen:

  • Prozess-Yield: Ausbeute in einem einzelnen Schritt, z. B. Lotpastendruck, Bestückung, Reflow-Löten oder Selektivlöten.
  • Test-Yield: Ausbeute in Prüfungen, z. B. AOI, ICT, Flying Probe, Funktionstest oder End-of-Line-Test.
  • Gesamt-Yield: Ausbeute über eine gesamte Fertigungskette hinweg.

Für Projektleitung und Einkauf ist Yield besonders hilfreich, weil die Kennzahl Hinweise liefert, ob ein Produkt robust fertigen lässt, ob Nacharbeit zu erwarten ist und wie stabil die Lieferfähigkeit bei Serienanläufen ist.

Wie funktioniert Yield in der Praxis?

Damit Yield aussagekräftig ist, braucht es eine klare Definition, worauf sich die Kennzahl bezieht: auf welchen Prozessschritt, welches Los, welche Produktvariante und welche Akzeptanzkriterien (z. B. Grenzwerte im Funktionstest).

Typische Berechnung ist der Anteil „Gutteile“ bezogen auf die Gesamtmenge. In vielen Fertigungen werden dabei zwei Begriffe unterschieden:

  • First Pass Yield (FPY): Anteil der Teile, die einen Schritt oder Test beim ersten Durchlauf bestehen – ohne Nacharbeit.
  • Final Yield: Anteil der Teile, die nach ggf. Nacharbeit am Ende als gut gelten.

Der FPY ist oft der „ehrlichere“ Indikator für Prozessfähigkeit, weil Nacharbeit zwar Ausbringung rettet, aber Zeit kostet, Risiken erhöht (z. B. Bauteilstress durch mehrfaches Löten) und in Summe die Kosten treibt.

In der Elektronikfertigung beeinflussen Yield-Verläufe typischerweise unter anderem:

  • Design- und Layout-Entscheidungen (z. B. Testbarkeit, Bauteilabstände, Panelisierung).
  • Materialqualität (Bauteile, Leiterplatten, Lotpaste) und deren Handhabung.
  • Prozessfenster (Druckparameter, Reflow-Profil, Lötzeiten, Temperaturführung).
  • Prüfstrategie und Grenzwerte (zu „scharf“ führt zu unnötigen Ausfällen, zu „weich“ zu Risiko im Feld).
  • Datenqualität: Nur wenn Fehlercodes, Ursachen und Maßnahmen sauber erfasst werden, wird Yield zur Steuerungsgröße.

Warum ist Yield für Unternehmen relevant?

Yield wirkt direkt auf Kosten, Lieferfähigkeit und Time-to-Market. Eine hohe Ausbeute bedeutet in der Regel weniger Ausschuss, weniger Nacharbeit und stabilere Durchlaufzeiten. Gerade bei Serienanläufen ist das entscheidend, weil Kapazität nicht durch Reparaturschleifen gebunden wird.

Aus Unternehmenssicht lassen sich die wichtigsten Effekte so zusammenfassen:

  • Qualität und Zuverlässigkeit: Ein stabil hoher First Pass Yield ist oft ein Zeichen für robuste Prozesse und reduziert das Risiko späterer Ausfälle im Feld.
  • Kostenkontrolle: Weniger Nacharbeit und Ausschuss senken direkte Fertigungskosten und indirekte Kosten (z. B. zusätzliche Prüfungen, Logistik, Terminverschiebungen).
  • Planbarkeit: Konstanter Yield ermöglicht verlässlichere Liefertermine und präzisere Kapazitätsplanung.
  • Digitalisierung und Automatisierung: Yield wird besonders wertvoll, wenn Prozess- und Prüfdaten digital erfasst und ausgewertet werden (Trendanalysen, Pareto der Fehlerursachen, Wirksamkeit von Korrekturmaßnahmen).

Für Kunden bedeutet das im Alltag: Yield ist eine Kennzahl, die früh sichtbar macht, ob ein Produkt in der Fertigung „rund läuft“ – und an welchen Stellen Entwicklungs- oder Prozessanpassungen die größte Wirkung haben.

Im Kontext der Fertigungsausbeute lohnt sich oft auch der Blick auf unsere Leistungen in der Elektronikfertigung, weil Yield dort als KPI eng mit Prozessführung, Prüftiefe und Nacharbeitskonzepten zusammenhängt.

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