18.12.2025

Crimpen

crimpen

Was ist ein Crimpen?

Crimpen bedeutet, einen metallischen Kontakt (z. B. eine Aderendhülse oder einen Steck-/Buchs-Kontakt) mechanisch mit einem abisolierten Kabelende zu verpressen. Durch den gezielten Druck verformt sich der Kontakt dauerhaft und klemmt die einzelnen Litzen fest ein. Es entsteht eine elektrisch leitfähige und mechanisch belastbare Verbindung.

Anschaulich lässt sich Crimpen mit einem exakt passenden „Kaltpressen“ vergleichen: Statt Wärme einzubringen, sorgt die definierte Form der Crimpung dafür, dass Kontakt und Leiter zuverlässig zusammenhalten.

Wofür wird Crimpen eingesetzt?

Crimpverbindungen sind in der Elektronikfertigung und im Gerätebau weit verbreitet, insbesondere überall dort, wo Kabelbäume, Leitungen oder Steckverbinder benötigt werden. Typische Einsatzfelder sind:

  • Kabelkonfektion und Kabelbäume (z. B. für Maschinen, Geräte, Schaltschränke)
  • Steckverbinder-Systeme (z. B. Signal- und Leistungskontakte in Gehäusen)
  • Aderendhülsen als Abschluss feindrähtiger Leiter für Klemmen
  • Flachsteckhülsen, Ring-/Gabelkabelschuhe für robuste Schraub- oder Steckanschlüsse

In vielen Anwendungen ist Crimpen die bevorzugte Methode, weil die Verbindung reproduzierbar hergestellt werden kann und sich gut in automatisierte Prozesse integrieren lässt.

Wie funktioniert Crimpen in der Praxis?

In der Praxis folgt das Crimpen einem klaren Ablauf, bei dem Details entscheidend sind:

  • Abisolieren: Der Leiter wird auf eine definierte Länge abisoliert, ohne Litzen zu beschädigen.
  • Auswahl von Kontakt und Werkzeug: Kontaktgeometrie, Leiterquerschnitt und Crimpwerkzeug (Crimpbacken/Crimpeinsatz) müssen zueinander passen.
  • Positionieren: Leiter und Kontakt werden korrekt eingelegt (Ausrichtung, Einstecktiefe, ggf. Zugentlastung/Isolationscrimp).
  • Verpressen: Das Werkzeug erzeugt eine definierte Pressform und Presskraft. Bei Serienfertigung erfolgt dies häufig teil- oder vollautomatisch.
  • Prüfen: Üblich sind z. B. visuelle Kontrollen, Zugtests (Abzugskraft) und bei Bedarf elektrische Prüfungen (Kontaktwiderstand).

Wesentlich für die Qualität ist die Kombination aus passenden Komponenten, stabilen Prozesseinstellungen und nachvollziehbarer Prüfung. Bereits kleine Abweichungen – etwa falsche Abisolierlänge oder ein nicht passender Crimpeinsatz – können die Zuverlässigkeit der Verbindung deutlich beeinflussen.

Warum ist Crimpen für Unternehmen relevant?

Crimpen ist für Unternehmen vor allem deshalb relevant, weil die Qualität von Kabel- und Steckverbindungen häufig über die Gesamtzuverlässigkeit eines Produkts entscheidet. Gerade bei bewegten Leitungen, Vibration, Temperaturschwankungen oder hohen Strömen sind reproduzierbare Verbindungen entscheidend.

  • Qualität und Zuverlässigkeit: Eine korrekt ausgeführte Crimpung liefert stabile elektrische Eigenschaften und hohe mechanische Festigkeit.
  • Kosten und Ausschuss: Standardisierte Werkzeuge und klar definierte Prozessparameter helfen, Nacharbeit und Fehlteile zu reduzieren.
  • Time-to-Market: Gut beherrschte Crimpprozesse beschleunigen die Industrialisierung von Kabelsätzen und Baugruppen.
  • Automatisierung und Skalierung: Crimpen ist gut automatisierbar – von teilautomatischen Arbeitsplätzen bis zur vollautomatischen Kabelkonfektion.
  • Dokumentation: In der Serienfertigung ist eine nachvollziehbare Prozessdokumentation (z. B. Prüfkonzepte, Stichproben, Grenzmuster) häufig ein wichtiger Baustein der Qualitätssicherung.

Im Zusammenspiel mit Elektronikfertigung und Gerätemontage ist Crimpen damit ein typischer „kleiner“ Prozessschritt, der großen Einfluss auf Feldausfälle, Servicekosten und Reklamationsrisiken haben kann.

Mehr Kontext dazu, wie wir solche Prozesse in der Serie beherrschen und in Prüf- und Montageabläufe einbinden, findet sich im Überblick zur Elektronikfertigung.

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