18.12.2025

DC/DC-Wandler

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Was bedeutet DC/DC-Wandler?

DC/DC steht für „Direct Current to Direct Current“, also Gleichstrom zu Gleichstrom. Ein DC/DC-Wandler ist eine elektronische Schaltung, die eine vorhandene Gleichspannung (zum Beispiel 24 V aus einem Netzteil oder 12 V aus einer Batterie) in eine andere Gleichspannung umwandelt, etwa 5 V oder 3,3 V für Mikrocontroller und Sensorik.

Vereinfacht gesagt: Der DC/DC-Wandler wirkt wie ein „Getriebe“ für elektrische Energie. Statt Drehzahl und Drehmoment werden hier Spannung und Strom an den Bedarf der nachfolgenden Elektronik angepasst.

Wofür werden DC/DC-Wandler eingesetzt?

DC/DC-Wandler sind in nahezu allen elektronischen Geräten und Systemen zu finden, sobald mehrere Spannungsebenen benötigt werden oder die Eingangsspannung schwankt. Typische Einsatzfelder sind:

  • Industrieelektronik: 24-V-Versorgung wird auf 12 V, 5 V oder 3,3 V für Steuerungen, Sensoren und Kommunikation umgesetzt.
  • Automatisierung und IIoT: stabile Versorgung für Funkmodule, Gateways und Mikrocontroller bei wechselnden Lasten.
  • Mobiles/Batteriebetriebenes: Anpassung an sinkende Batteriespannung, um Funktionen bis zur definierten Entladeschwelle sicher zu betreiben.
  • Medizin- und Messtechnik: getrennte, rauscharme Versorgungsschienen für empfindliche Analog- und Digitalbereiche.
  • Leistungselektronik und Antriebe: Hilfsspannungen für Treiber, Logik und Überwachung, unabhängig vom Leistungsteil.

Wie funktioniert ein DC/DC-Wandler in der Praxis?

In der Praxis wird zwischen linearen Reglern und schaltenden Wandlern unterschieden. Wenn von „DC/DC-Wandler“ gesprochen wird, sind meist schaltende Wandler gemeint, weil sie deutlich effizienter sind.

Ein schaltender DC/DC-Wandler arbeitet vereinfacht in drei Schritten: Ein Schalter (typisch ein MOSFET) zerhackt die Eingangsspannung mit hoher Frequenz, eine Speicherdrossel bzw. ein Transformator „puffert“ Energie, und am Ausgang glätten Kondensatoren die Spannung. Eine Regelung misst die Ausgangsspannung und passt das Schaltverhalten an, damit die gewünschte Spannung auch bei Lastwechseln stabil bleibt.

Je nach Topologie ergeben sich unterschiedliche Funktionen:

  • Step-Down (Buck): senkt die Spannung (z. B. 24 V → 5 V).
  • Step-Up (Boost): erhöht die Spannung (z. B. 5 V → 12 V).
  • Step-Up/Down (Buck-Boost): kann je nach Situation erhöhen oder senken (nützlich bei Batteriespannungen).
  • Isolierte Wandler: trennen Ein- und Ausgang galvanisch (wichtig für Sicherheit, EMV und robuste Systemarchitekturen).

Für Entwicklungs- und Fertigungsprojekte ist neben der reinen Funktion vor allem entscheidend, wie der Wandler sich im Gesamtsystem verhält: Wirkungsgrad (Wärme), EMV (Störungen), Bauteilbelastung, Schutzfunktionen (Kurzschluss, Übertemperatur) und Bauraum spielen eine zentrale Rolle.

Warum sind DC/DC-Wandler für Unternehmen relevant?

DC/DC-Wandler beeinflussen Kosten, Zuverlässigkeit und Time-to-Market oft stärker, als es die kleine Baugruppe vermuten lässt. In der Praxis ergeben sich vor allem diese Auswirkungen:

  • Zuverlässigkeit: stabile Versorgungsspannungen reduzieren Ausfälle, Resets und sporadische Fehlfunktionen – gerade bei Lastspitzen und in rauen Umgebungen.
  • Kosten und Thermik: ein hoher Wirkungsgrad senkt Verlustleistung und damit Kühlaufwand (weniger große Kühlkörper, geringere Anforderungen an Gehäuse und Luftführung).
  • EMV und Zulassung: schaltende Wandler können Störaussendungen verursachen; gutes Layout, Filterung und passende Topologie erleichtern die Einhaltung von Normen und vermeiden teure Iterationen.
  • Skalierbarkeit in der Fertigung: robuste Auslegung und gut beschaffbare Bauteile reduzieren Obsoleszenz- und Lieferkettenrisiken und stabilisieren Serienprozesse.
  • Digitalisierung/Automatisierung: moderne Systeme mit vielen Kommunikations- und Sensorkomponenten benötigen mehrere saubere Spannungsschienen – der DC/DC-Wandler ist dabei ein zentraler Baustein.

Im Kontext unserer Projekte wird der DC/DC-Wandler daher nicht nur als „Spannungsanpassung“ betrachtet, sondern als relevanter Teil der Systemarchitektur, der Entwicklung (Schaltung/PCB-Layout/EMV) und später auch der Serienfertigung (Reproduzierbarkeit, Testbarkeit, Qualität) direkt beeinflusst.

Weitere Grundlagen und Zusammenhänge rund um Bauteile, Layout und die Umsetzung in Baugruppen werden im Bereich Elektronikfertigung eingeordnet.

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