EMV ist die Abkürzung für elektromagnetische Verträglichkeit. Ein elektronisches Gerät gilt als EMV-verträglich, wenn es in seiner Umgebung keine unzulässigen elektromagnetischen Störungen verursacht und gleichzeitig selbst stabil funktioniert, obwohl es elektromagnetischen Einflüssen ausgesetzt ist.
Vereinfacht lässt sich EMV mit einer guten „Nachbarschaft“ vergleichen: Ein Gerät soll nicht „zu laut funken“ (Störaussendung) und gleichzeitig nicht „zu empfindlich zuhören“ (Störfestigkeit). In der Praxis entscheidet EMV oft darüber, ob ein Produkt zuverlässig arbeitet – insbesondere in Umgebungen mit Motoren, Schaltreglern, Funktechnik oder langen Leitungen.
EMV ist ein Querschnittsthema in Entwicklung und Fertigung. Es wird immer dann relevant, wenn Elektronik in der Nähe anderer Elektronik betrieben wird – also praktisch immer. Typische Einsatzfelder sind:
In vielen Fällen ist EMV auch eng mit Normen, Zulassungen und der späteren Markteinführung verbunden, weil Grenzwerte für Störaussendungen und Anforderungen an die Störfestigkeit eingehalten werden müssen.
In der Praxis entsteht EMV durch das Zusammenspiel von Designmaßnahmen, geeigneten Bauteilen, einer passenden Mechanik/Verkabelung sowie durch Prüfungen. Ziel ist, Störquellen zu reduzieren und mögliche „Einkopplungswege“ zu kontrollieren.
Typische Stellhebel aus der Elektronikentwicklung und -fertigung sind:
EMV wird häufig iterativ abgesichert: Von Vorab-Bewertungen (z. B. im Labor) über Messungen am Prototyp bis zur finalen Prüfung im Rahmen der Produktfreigabe. Das reduziert das Risiko, dass kurz vor Serienstart unerwartete EMV-Probleme auftreten.
EMV wirkt sich direkt auf Zuverlässigkeit, Qualität, Kosten und Time-to-Market aus. EMV-Themen zeigen sich oft erst in realen Umgebungen – etwa wenn mehrere Geräte zusammen betrieben werden, wenn Motoren zugeschaltet werden oder wenn Leitungen länger sind als im Laboraufbau.
Im Ergebnis ist EMV ein wichtiger Baustein, um Elektronikprodukte stabil und wiederholbar in Serie zu bringen – insbesondere in automatisierten und digital vernetzten Anwendungen.
Weitere Einordnung, wie solche Anforderungen typischerweise in der Fertigung berücksichtigt werden (z. B. durch definierte Montageprozesse, Prüfkonzepte und reproduzierbare Verkabelung), findet sich im Überblick zur Elektronikfertigung.
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