18.12.2025

I²C

i2c

Was bedeutet I²C?

I²C steht für Inter-Integrated Circuit und bezeichnet einen weit verbreiteten seriellen Kommunikationsbus innerhalb elektronischer Geräte. Ziel ist es, mehrere integrierte Schaltungen (ICs) auf einer Leiterplatte mit möglichst wenig Leitungen miteinander sprechen zu lassen.

Anschaulich lässt sich I²C als „gemeinsame Gesprächsleitung“ verstehen: Statt dass jeder Baustein eigene, separate Leitungen bekommt, teilen sich mehrere Teilnehmer einen Bus – ähnlich wie mehrere Geräte, die sich einen Flur und eine Tür teilen, um Nachrichten weiterzugeben.

Wofür wird I²C eingesetzt?

I²C wird eingesetzt, wenn innerhalb einer Elektronik viele kleine Datenmengen zwischen Bausteinen ausgetauscht werden sollen – typischerweise über kurze Distanzen auf derselben Leiterplatte oder innerhalb eines Moduls.

  • Sensoranbindung: Temperatur-, Druck-, Beschleunigungs- oder Lichtsensoren in Industrie- und IoT-Geräten
  • Speicherbausteine: z. B. EEPROMs zur Ablage von Parametern, Seriennummern oder Kalibrierdaten
  • RTC/Zeitschaltfunktionen: Real-Time-Clock-Bausteine für Zeitstempel, Logging oder Weckfunktionen
  • Peripherie und I/O: Portexpander oder einfache A/D- und D/A-Wandler

In vielen Produkten ist I²C die „Arbeitsverbindung“ zwischen Mikrocontroller und mehreren Nebenbausteinen, ohne dass dafür viele Pins oder Stecker benötigt werden.

Wie funktioniert I²C in der Praxis?

I²C nutzt in der Regel zwei Leitungen: SCL (Clock/Takt) und SDA (Data/Daten). Ein Teilnehmer gibt den Takt vor (häufig der Mikrocontroller als „Master“), und darüber werden Daten seriell übertragen. Mehrere Bausteine können am gleichen Bus hängen und werden über eine Adresse gezielt angesprochen.

In der Praxis spielen neben dem Protokoll vor allem Layout- und Hardwaredetails eine Rolle. Typische Punkte sind:

  • Pull-up-Widerstände auf den Busleitungen (damit definierte Pegel entstehen)
  • Buslänge, Leiterführung und Störeinflüsse (Signalqualität, EMV)
  • Adresskonflikte (wenn zwei Bausteine dieselbe Adresse nutzen)
  • Verhalten bei Fehlern (z. B. „hängende“ Busleitung, Recovery im Firmware-Konzept)

Gerade in robusten Industrieanwendungen ist es wichtig, I²C nicht nur „zum Laufen“ zu bringen, sondern auch stabil über Temperatur, Toleranzen und elektromagnetische Einflüsse auszulegen.

Warum ist I²C für Unternehmen relevant?

I²C ist aus Unternehmenssicht relevant, weil die Schnittstelle direkten Einfluss auf Komplexität, Kosten und Zuverlässigkeit einer Baugruppe haben kann:

  • Kosten und Bauraum: Zwei Leitungen für viele Teilnehmer bedeuten weniger Pins, weniger Leiterbahnen und oft kleinere Steck- und Kabelkonzepte.
  • Time-to-Market: I²C ist etabliert und für viele Standardbausteine verfügbar, was die Integration beschleunigen kann.
  • Qualität und Serienfähigkeit: Ein sauber ausgelegter Bus reduziert Feldfehler (z. B. sporadische Kommunikationsabbrüche) und vereinfacht reproduzierbare Fertigungs- und Testprozesse.
  • Test und Diagnose: Wenn die I²C-Kommunikation im Gesamtkonzept berücksichtigt ist, lassen sich Parameter, Identdaten oder Sensordaten in der Produktion gezielt prüfen.

Für die Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Fertigung ist damit entscheidend, dass Buskonzept, Bauteilauswahl, Layout und Firmware-Verhalten zusammenpassen – insbesondere, wenn Baugruppen später automatisiert getestet und in Serie stabil betrieben werden sollen.

Im Kontext der Produktentwicklung ist I²C häufig ein Baustein, der früh im Architektur- und Schaltungsdesign festgelegt wird; weitere Einordnung und typische Schnittstellen-Entscheidungen sind im Leistungsbereich Elektronikentwicklung beschrieben.

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