18.12.2025

Industrial Design

industrial design

Was bedeutet Industrial Design?

Industrial Design ist die Produktgestaltung: die bewusste Auslegung von Form, Proportionen, Oberflächen, Bedienelementen und Nutzerführung eines Produkts. Im Elektronikbereich umfasst das oft nicht nur die Optik, sondern vor allem die „Hülle“ und das Nutzungserlebnis: Gehäuse, Anschlüsse, Anzeigen, Tasten, Montagekonzept und der Zugriff für Service oder Updates.

Ein hilfreicher Vergleich: Wenn Elektronikentwicklung die „inneren Werte“ (Schaltung, Software, Funktion) liefert, dann übersetzt Industrial Design diese Funktionen in eine verständliche, robuste und gut produzierbare äußere Gestalt – ähnlich wie ein Cockpit im Fahrzeug, das komplexe Technik bedienbar macht.

Wofür wird Industrial Design eingesetzt?

Industrial Design wird eingesetzt, um Produkte so zu gestalten, dass sie im Alltag oder in industriellen Umgebungen zuverlässig funktionieren und gleichzeitig sinnvoll bedienbar sind. Typische Einsatzfelder in Projekten mit Elektronikbezug sind:

  • Gehäuse- und Frontplattendesign (Form, Material, Oberflächen, Dichtungen, Befestigungspunkte)
  • Bedienkonzepte (Tasten, Drehgeber, Touch, Status-LEDs, Displays, Beschriftungsflächen)
  • Schnittstellen und Ergonomie (Steckerzugänglichkeit, Kabelführung, Griffzonen, Montage- und Wartungszugang)
  • Rugged-/Industrie-Design (Stoßfestigkeit, Temperaturbereich, Schutzarten, Vibrationsumfeld)
  • Design for Manufacturing im weiteren Sinne (Montagereihenfolge, Schraubpunkte, Toleranzen, Vermeidung unnötiger Varianten)

Wie funktioniert Industrial Design in der Praxis?

In der Praxis entsteht Industrial Design iterativ und eng abgestimmt mit Elektronikentwicklung und späterer Fertigung. Häufig läuft es in diesen Schritten ab:

  • Anforderungen klären: Einsatzumgebung, Schutzanforderungen, Bedienabläufe, Servicekonzept, Normen/Schutzarten, Zielkosten.
  • Konzeptphase: erste Geometrien, Bedien- und Anzeigelogik, Position von Schnittstellen; oft als Skizze und grobes 3D-Modell.
  • Mechanik- und Elektronikabgleich: Platinenabmessungen, Bauteilhöhen, Wärmeabfuhr, EMV-Aspekte (z. B. Abschirmung/Leitfähigkeit), Befestigung und Toleranzen.
  • Prototyping: Mustergehäuse (z. B. 3D-Druck oder gefräste Muster) und frühe Funktionsmuster für Haptik, Passform und Montage.
  • Design-Freeze & Industrialisierung: Materialwahl, Oberflächen, Fertigungsprozess (Spritzguss, Druckguss, Blech, Frästeil), Prüf- und Montagekonzept, Dokumentation.

Wichtig ist dabei, Industrial Design nicht als „letzten Schritt“ zu verstehen. Wenn Gehäuse, Bedienung und Platinenmechanik zu spät zusammenkommen, entstehen oft Reibungsverluste: unnötige Iterationen, höhere Werkzeugkosten oder Einschränkungen bei Zuverlässigkeit und Montage.

Warum ist Industrial Design für Unternehmen relevant?

Industrial Design ist für Unternehmen relevant, weil es direkten Einfluss auf Kosten, Time-to-Market und Produktqualität hat – gerade bei Elektronikprodukten, die später in Serie gefertigt werden. Typische Effekte sind:

  • Zuverlässigkeit und Qualität: Durchdachte Abdichtung, stabile Befestigungen, Kabelzugentlastung, thermische Auslegung und robuste Schnittstellen reduzieren Ausfälle im Feld.
  • Herstellkosten: Ein montagegerechtes Gehäusekonzept spart Handgriffe, reduziert Varianten und senkt die Ausschussquote. Auch die Wahl des passenden Fertigungsverfahrens (z. B. Spritzguss vs. Blech) wirkt stark auf Stückkosten und Investitionen.
  • Time-to-Market: Frühe Prototypen und klare Schnittstellen zwischen Mechanik und Elektronik vermeiden späte Änderungen und beschleunigen die Serienüberführung.
  • Service und Lifecycle: Wartungszugänge, austauschbare Module oder klare Bedienführung reduzieren Servicezeiten und Folgekosten – besonders bei Geräten im industriellen Einsatz.
  • Digitalisierung/Automatisierung: Saubere Schnittstellen (Ports, Antennenposition, Kennzeichnungsflächen) und ein konsistentes Bedienkonzept erleichtern Updates, Diagnose und den Betrieb in digitalisierten Prozessen.

Industrial Design ist damit nicht nur „Optik“, sondern ein wichtiger Baustein, um Elektronikentwicklung und Serienfertigung sauber zusammenzubringen.

Im Gesamtkontext wird Industrial Design besonders wirksam, wenn Gestaltung, Mechanik, Elektronik und spätere Serienprozesse gemeinsam gedacht werden – dazu passt der Blick auf unsere Leistungen rund um Elektronikentwicklung.

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