Ein Kondensator ist ein elektronisches Bauteil, das elektrische Ladung speichert. Vereinfacht lässt er sich als sehr kleiner „Ladungs-Puffer“ verstehen: Wenn kurzfristig mehr Energie benötigt wird oder die Versorgungsspannung schwankt, kann ein Kondensator diese Schwankungen abfangen und für eine stabilere Versorgung sorgen.
Technisch besteht ein Kondensator aus zwei leitfähigen Flächen (Elektroden), die durch ein isolierendes Material (Dielektrikum) getrennt sind. Die Speicherfähigkeit wird als Kapazität bezeichnet und üblicherweise in Farad (F) angegeben – in der Praxis oft in Mikrofarad (µF), Nanofarad (nF) oder Pikofarad (pF).
Kondensatoren kommen in nahezu jeder elektronischen Schaltung vor, weil sie mehrere grundlegende Aufgaben übernehmen:
In der Praxis lädt sich ein Kondensator auf, sobald eine Spannung anliegt, und entlädt sich, wenn die Spannung sinkt oder Energie benötigt wird. Wie schnell das passiert, hängt unter anderem von Kapazität, Schaltungswiderständen und den elektrischen Eigenschaften des Bauteils ab.
Für Elektronikentwicklung und Elektronikfertigung ist wichtig, dass „Kondensator“ nicht gleich „Kondensator“ ist. Typische Bauarten sind Keramikkondensatoren (häufig für Entkopplung), Folienkondensatoren (oft robust und stabil für bestimmte Anwendungen) sowie Elektrolyt- oder Tantal-Kondensatoren (häufig für größere Kapazitäten). Je nach Bauart unterscheiden sich Parameter wie zulässige Spannung, Temperaturverhalten, Lebensdauer, Baugröße, ESR (Verlustwiderstand) und das Alterungsverhalten.
In Baugruppen zeigt sich das zum Beispiel bei der Platzierung: Entkopplungskondensatoren sollten nahe am versorgten Bauteil sitzen, damit Leitungsinduktivitäten möglichst klein bleiben. In der Serie wirkt sich außerdem die Bauteilauswahl auf Bestückbarkeit (SMD/THT), Prüfkonzepte und die Stabilität des Fertigungsprozesses aus.
Kondensatoren sind Standardbauteile – und dennoch oft entscheidend für Qualität, Zuverlässigkeit und Kosten einer Baugruppe. Eine passende Auswahl und Auslegung kann Ausfälle vermeiden (z. B. durch zu geringe Spannungsfestigkeit, ungeeignetes Temperaturverhalten oder Alterung) und die EMV-Eigenschaften verbessern. Umgekehrt führen falsche oder knapp ausgelegte Kondensatoren häufig zu schwer reproduzierbaren Problemen wie sporadischen Resets, Störungen im Feld oder verkürzter Lebensdauer.
Für Einkauf und Projektverantwortliche spielt zusätzlich die Verfügbarkeit eine Rolle: Kondensatoren gibt es in vielen Varianten, aber nicht jede Ausführung ist langfristig verfügbar oder ohne Re-Design austauschbar. Eine frühzeitige Abstimmung zu Bauform, Toleranzen und Alternativen unterstützt Time-to-Market und reduziert spätere Änderungsaufwände – besonders beim Übergang vom Prototyp in die Serienfertigung.
Im Kontext der Baugruppenfertigung lohnt sich außerdem der Blick auf Prozesssicherheit: geeignete Derating-Regeln, klare Stücklisten (BOM) und definierte Freigaben helfen, Qualität stabil zu halten und Nacharbeit zu vermeiden. Mehr Einordnung dazu, wie wir solche Bauteilentscheidungen und Fertigungsaspekte im Gesamtablauf betrachten, findet sich im Überblick zur Full Service EMS.
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