19.12.2025

Piezoelektrischer Sensor

piezoelektrischer sensor

Was ist ein Piezoelektrischer Sensor?

Ein piezoelektrischer Sensor ist ein Sensor, der bei mechanischer Belastung eine elektrische Spannung erzeugt. Grundlage ist der piezoelektrische Effekt: Bestimmte Materialien (z. B. Keramiken oder Quarz) „reagieren“ auf Druck, Biegung oder Beschleunigung mit einer messbaren elektrischen Ladungsverschiebung.

Anschaulich lässt sich das mit einem Feuerzeug vergleichen, das per Knopfdruck einen Funken erzeugt: Durch eine mechanische Bewegung wird im Inneren eine Spannung erzeugt – beim Sensor dient diese Spannung nicht zum Zünden, sondern als Messsignal.

Wofür werden Piezoelektrische Sensoren eingesetzt?

Piezoelektrische Sensoren werden häufig dort eingesetzt, wo schnelle Änderungen gemessen werden sollen. Typische Anwendungsfelder in elektronischen Systemen sind:

  • Vibrations- und Schwingungsüberwachung an Maschinen (Zustandsüberwachung, Predictive Maintenance)
  • Stoß- und Beschleunigungsmessung (z. B. Ereigniserkennung, Aufprall- oder Falltests)
  • Kraft- und Druckmessung bei dynamischen Vorgängen (Pressen, Stanzen, Dosieren)
  • Klopf- und Körperschallsensorik zur Erkennung von Resonanzen, Unwuchten oder Materialkontakt
  • Ultraschall-/Akustikanwendungen (je nach Aufbau als Sensor oder Aktor)

In der Praxis ist wichtig: Piezoelektrische Sensoren sind besonders stark bei dynamischen Messaufgaben (Änderungen, Schwingungen, Impulse). Für rein statische Messungen (konstante Kraft über lange Zeit) werden oft andere Sensortypen gewählt, weil piezoelektrische Signale über die Zeit „abklingen“ können.

Wie funktioniert ein Piezoelektrischer Sensor in der Praxis?

Ein piezoelektrischer Sensor besteht im Kern aus einem piezoelektrischen Element, das mechanisch mit dem Messpunkt gekoppelt ist. Wird das Element belastet, entsteht eine elektrische Ladung bzw. Spannung. Damit daraus ein robust nutzbares Signal für eine Elektronik wird, kommen typischerweise weitere Bausteine hinzu:

  • Mechanische Integration: Gehäuse, Vorspannung, Befestigung und Kontaktflächen bestimmen Messbereich, Eigenfrequenz und Langzeitstabilität.
  • Signalaufbereitung: Häufig sind ein Ladungsverstärker oder ein hochohmiger Eingangsverstärker erforderlich, um kleine Signale störsicher zu erfassen.
  • Filterung und Digitalisierung: Für Zustandsüberwachung werden Signale gefiltert, ausgewertet und oft per ADC digitalisiert, um sie weiterzuverarbeiten (z. B. Grenzwerte, Spektralanalyse).
  • EMV- und Verkabelungskonzept: Abschirmung, Masseführung und Steckerwahl beeinflussen Messqualität und Ausfallrisiko im Feld.

In Entwicklungs- und Serienprojekten ist außerdem relevant, wie der Sensor kalibriert wird und wie Toleranzen in Mechanik und Elektronik berücksichtigt werden. Schon kleine Änderungen in der Montage können das Messergebnis beeinflussen – deshalb gehören klare Spezifikationen und definierte Prüfmethoden zur Umsetzung.

Warum sind Piezoelektrische Sensoren für Unternehmen relevant?

Für Unternehmen sind piezoelektrische Sensoren vor allem dann relevant, wenn Messdaten zur Qualitätssicherung, Prozessstabilität oder vorausschauenden Wartung beitragen sollen. Daraus ergeben sich mehrere praktische Auswirkungen:

  • Zuverlässigkeit im Betrieb: Frühzeitige Erkennung von Vibrationen oder Stößen kann Ausfälle reduzieren und Serviceeinsätze planbarer machen.
  • Qualität und Nachweisbarkeit: Messwerte aus Fertigungs- oder Prüfprozessen lassen sich dokumentieren und für Traceability nutzen – ein Vorteil bei regulierten oder qualitätskritischen Anwendungen.
  • Time-to-Market: Ein klar definiertes Sensor-/Elektronikkonzept (Mechanik, Verstärker, EMV) verkürzt Iterationen in der Entwicklung und hilft, schneller in die Serie zu kommen.
  • Kosten und Skalierbarkeit: Die Gesamtkosten hängen nicht nur vom Sensor ab, sondern auch von Integration, Testkonzept und Montageaufwand. Eine frühzeitige Abstimmung zwischen Entwicklung und Fertigung vermeidet spätere Anpassungen.
  • Digitalisierung und Automatisierung: Piezo-Signale sind eine wichtige Datenquelle für Zustandsüberwachung und datenbasierte Entscheidungen in vernetzten Systemen.

Im Gesamtprojekt zählt daher nicht nur der Sensortyp, sondern die durchgängige Auslegung – von der mechanischen Einbindung über die Elektronik bis zur prüfbaren Serienfertigung.

Im Kontext von Serienüberführung und reproduzierbarer Montage spielt die Einbindung solcher Sensorkonzepte in die Elektronikfertigung eine zentrale Rolle, damit Messverhalten und Qualität auch bei Stückzahl stabil bleiben.

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