18.12.2025

PWM

pwm

Was bedeutet PWM?

PWM steht für Pulse Width Modulation, auf Deutsch meist Pulsweitenmodulation. Gemeint ist ein Verfahren, bei dem ein digitales Signal sehr schnell zwischen „ein“ und „aus“ wechselt. Statt eine Spannung „halb hoch“ einzustellen, wird die Einschaltdauer innerhalb eines festen Zeitrasters verändert.

Anschaulich lässt sich PWM mit einem Wasserhahn vergleichen, der nicht auf „halb offen“ steht, sondern sehr schnell zwischen „ganz auf“ und „ganz zu“ umschaltet. Je länger „auf“ innerhalb eines Zyklus, desto mehr Wasser (bzw. im Elektronik-Fall: Energie) kommt im Mittel an.

  • Tastgrad (Duty Cycle): Anteil der Zeit, in der das Signal „ein“ ist (z. B. 20 %, 50 %, 80 %).
  • Frequenz: Wie oft pro Sekunde dieser Zyklus wiederholt wird.

Wofür wird PWM eingesetzt?

PWM ist in der Elektronikentwicklung und -fertigung weit verbreitet, weil sich damit Leistung effizient dosieren lässt, ohne dass viel Energie als Wärme „verbrannt“ wird. Typische Einsatzfelder sind:

  • LED-Dimmung: Helligkeit wird über den Tastgrad geregelt, die LED erhält dabei immer volle Spannung während „ein“.
  • Motorsteuerung (z. B. DC-Motoren, BLDC mit entsprechender Ansteuerung): Drehzahl bzw. Drehmoment werden über die zugeführte mittlere Leistung beeinflusst.
  • Schaltnetzteile und DC/DC-Wandler: PWM steuert Schalttransistoren, um Spannungen effizient zu regeln.
  • Heizelemente / Aktoren: Leistungssteuerung, z. B. in Industrieelektronik.

Wie funktioniert PWM in der Praxis?

In der Praxis erzeugt häufig ein Mikrocontroller, ein Timer-Baustein oder eine FPGA-Logik das PWM-Signal. Dieses Signal steuert dann typischerweise einen Leistungsschalter (z. B. MOSFET). Über den Tastgrad wird bestimmt, wie viel Energie pro Zeiteinheit an die Last geht.

Wichtig ist, dass „ein/aus“ schnell genug geschieht: Die Last (z. B. Motor, LED, nachgeschalteter Filter) „sieht“ dann nicht mehr einzelne Pulse, sondern einen gemittelten Effekt. Bei LEDs übernimmt das Auge die Mittelung, bei Spannungswandlung sorgen Induktivitäten/Kondensatoren für Glättung.

Für robuste Produkte spielen dabei mehrere Randbedingungen eine Rolle:

  • EMV/Störaussendung: Schnelle Schaltflanken können Störungen verursachen; Layout, Filter und ggf. Abschirmung werden früh berücksichtigt.
  • Thermik: Auch bei effizienter Schalttechnik entstehen Verluste; Bauteilauswahl und Kühlung bestimmen Zuverlässigkeit und Lebensdauer.
  • Auflösung und Stabilität: Die Kombination aus Frequenz und Auflösung (z. B. 8/10/12 Bit) beeinflusst Regelgüte, Geräuschverhalten (Motorpfeifen) und Dimmqualität.

Warum ist PWM für Unternehmen relevant?

Für Unternehmen ist PWM vor allem dann relevant, wenn Produkte Leistung regeln oder energieeffizient arbeiten müssen. PWM kann helfen, Bauteile kleiner zu dimensionieren (weniger Verlustwärme), die Zuverlässigkeit zu erhöhen und Kosten im Betrieb zu senken.

Gleichzeitig hat PWM Einfluss auf Qualität und Time-to-Market: Wenn EMV, Thermik und Fertigungsaspekte (z. B. geeignete Leistungskomponenten, saubere Masseführung, reproduzierbare Bestückung) früh sauber ausgelegt werden, sinkt das Risiko von späten Designänderungen, Nacharbeiten oder langen Testschleifen in der Serienüberführung.

Im Kontext unserer Leistungen in der Elektronikentwicklung lohnt sich PWM besonders dann, wenn Ansteuerungen für Motoren, LEDs oder Leistungselektronik geplant werden und früh geklärt werden soll, welche Anforderungen an Regelung, EMV und Serienreife daraus entstehen. Mehr Einordnung bietet die Übersicht zur Elektronikentwicklung.

Copyright 2026 VIERLING Production GmbH - Alle Rechte vorbehalten.