19.12.2025

RFID

rfid

Was bedeutet RFID?

RFID ist die Abkürzung für Radio Frequency Identification. Gemeint ist eine Funktechnik, mit der sich Objekte kontaktlos identifizieren lassen – typischerweise über einen kleinen Datenträger (Transponder/„Tag“) und ein Lesegerät.

Ein einfaches Bild dafür ist ein „digitales Namensschild“: Der Tag trägt eine eindeutige Kennung (und je nach Ausführung auch weitere Daten). Ein RFID-Lesegerät kann diese Informationen per Funk auslesen, ohne dass ein Sichtkontakt nötig ist.

In welchen Bereichen kommt RFID zum Einsatz?

RFID wird überall dort eingesetzt, wo Dinge eindeutig zugeordnet, nachverfolgt oder automatisiert geprüft werden sollen. In Elektronikprojekten begegnet RFID häufig in folgenden Bereichen:

  • Logistik und Materialfluss: Wareneingang, Lagerplätze, Behälter- und Ladungsträger-Identifikation, Nachschubsteuerung.
  • Produktion und Montage: Werkstückträger-Tracking, Variantensteuerung (z. B. welcher Arbeitsschritt als Nächstes), automatische Rückverfolgbarkeit.
  • Asset- und Betriebsmittelverwaltung: Zuordnung und Inventarisierung von Geräten, Werkzeugen oder Messmitteln.
  • Zutritt und Authentifizierung: Ausweise, Zugangssysteme, Freigaben an Maschinen oder Stationen (je nach Sicherheitsanforderung).
  • Service und After-Sales: Geräte-Identifikation im Feld, Zuordnung von Wartungsdaten, Seriennummern- oder Konfigurationsabgleich.

Wie funktioniert RFID in der Praxis?

Ein RFID-System besteht im Kern aus drei Bausteinen:

  • RFID-Tag (Transponder): Ein kleiner Chip mit Antenne, der eine eindeutige ID und ggf. weitere Daten enthält. Tags können passiv (ohne eigene Batterie) oder aktiv (mit eigener Energieversorgung) sein.
  • Lesegerät (Reader) mit Antenne: Baut ein elektromagnetisches Feld auf und kommuniziert damit mit dem Tag.
  • Software/Backend: Ordnet die gelesenen IDs den richtigen Datensätzen zu (z. B. Artikel, Auftrag, Seriennummer) und steuert Prozesse.

Beim Lesen sendet das Lesegerät ein Funksignal. Ein passiver Tag „nutzt“ das Feld des Readers, um kurzzeitig Energie zu gewinnen und seine Daten zurückzusenden. Je nach System können Daten nicht nur gelesen, sondern auch geschrieben werden (z. B. Statusinformationen, Prüfschritte oder Konfigurationsflags).

Für Elektronikentwicklung und -fertigung ist die praktische Auslegung entscheidend: Frequenzbereich, Reichweite, Datenmenge, Umgebungseinflüsse (Metall, Flüssigkeiten), Einbaulage, sowie die Anbindung an ERP/MES oder Prüf- und Traceability-Systeme.

Warum ist RFID für Unternehmen relevant?

RFID kann Prozesse beschleunigen und stabilisieren, weil Identifikation und Datenerfassung weitgehend automatisiert ablaufen. Daraus ergeben sich typische Effekte, die für Unternehmen besonders relevant sind:

  • Qualität und Rückverfolgbarkeit: Eindeutige Zuordnung von Bauteilen, Baugruppen oder Werkstückträgern unterstützt eine belastbare Traceability – wichtig bei Reklamationen, Audits oder sicherheitskritischen Produkten.
  • Zuverlässigkeit im Prozess: Weniger manuelle Eingaben bedeuten weniger Vertipper, weniger Medienbrüche und weniger ungeplante Stopps.
  • Kosten und Durchlaufzeit: Schnellere Buchungen, automatisierte Erfassung und geringerer Suchaufwand können indirekte Prozesskosten senken.
  • Time-to-Market: Wenn Identifikation, Testdaten und Dokumentation früh sauber aufgesetzt sind, lassen sich Serienanläufe und Skalierungen oft reibungsloser gestalten.
  • Digitalisierung und Automatisierung: RFID liefert verlässliche „Ereignisdaten“ (wann/wo welches Objekt war) und ist damit ein Baustein für digitalisierte Fertigungs- und Logistikprozesse.

Wer RFID im Produkt oder in der Wertschöpfungskette einsetzen möchte, profitiert meist von einer frühen Abstimmung zwischen Produktkonzept, Elektronikdesign (Schnittstellen, Antennen-/Gehäuseeinfluss) und den späteren Fertigungs- und Testprozessen. Passend dazu lohnt sich auch ein Blick auf unsere Leistungen im Bereich Elektronikentwicklung.

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