19.12.2025

Serienfertigung

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Was ist eine Serienfertigung?

Serienfertigung bedeutet, dass ein Produkt in großer Stückzahl nach einem festgelegten, wiederholbaren Prozess hergestellt wird. Im Unterschied zur Prototypen- oder Kleinserienfertigung steht nicht mehr das „Ausprobieren“ im Vordergrund, sondern die stabile Wiederholung eines freigegebenen Produkt- und Prozessstands.

Ein einfacher Vergleich: Während beim Prototypenbau noch „Rezept und Zutaten“ getestet und angepasst werden, geht es in der Serienfertigung darum, das einmal bewährte Rezept jeden Tag in gleichbleibender Qualität zu kochen – unabhängig davon, ob 1.000 oder 100.000 Stück gefertigt werden.

Wann wird Serienfertigung benötigt?

Serienfertigung kommt überall dort zum Einsatz, wo Produkte über längere Zeit in konstanten Mengen benötigt werden. In der Elektronik betrifft das typischerweise:

  • Leiterplattenbestückung (PCBA) in stabilen Stückzahlen, z. B. für Steuerungen, Sensorik oder Kommunikationsmodule
  • Geräte- und Baugruppenmontage (Box Build), wenn aus Baugruppen komplette Endgeräte oder Schaltschränke entstehen
  • Wiederkehrende Produktvarianten (z. B. gleiche Plattform, unterschiedliche Konfigurationen), wenn Prozesse sauber standardisiert sind
  • Ersatzteil- und Nachfertigungen, sofern Produkt und Prozesse dokumentiert und reproduzierbar gehalten werden

Für Unternehmen ist Serienfertigung besonders relevant, wenn die Lieferfähigkeit über Monate oder Jahre gesichert werden muss und Änderungen am Produkt kontrolliert erfolgen sollen.

Wie funktioniert Serienfertigung in der Praxis?

Damit Serienfertigung zuverlässig funktioniert, muss aus einem entwickelten Produkt ein serienreifer Artikel werden. In der Praxis umfasst das – je nach Projekt – mehrere Bausteine:

  • Produktfreigabe und Dokumentation: Stückliste (BOM), Fertigungsdaten, Prüfanweisungen und Montagevorgaben sind eindeutig versioniert.
  • Prozessfestlegung: Arbeitsfolgen, Parameter (z. B. Lötprofil), Prüfstrategie und Qualitätskriterien werden definiert und eingefroren.
  • Material- und Lieferkettenmanagement: Bauteile werden qualifiziert, Alternativen bewertet und die Beschaffung auf planbare Bedarfe ausgerichtet.
  • Automatisierung und Wiederholbarkeit: Serienfertigung profitiert typischerweise von standardisierten Rüstprozessen, klaren Linienkonzepten und digital unterstützter Rückverfolgbarkeit.
  • Prüfen und Absichern: Je nach Produkt sind z. B. AOI, Funktionstest, In-Circuit-Test oder End-of-Line-Tests Bestandteil des Serienprozesses.

Wichtig ist: Serienfertigung ist nicht nur „mehr Stück“, sondern vor allem mehr Prozessdisziplin. Änderungen werden über definierte Change-Prozesse (z. B. Bauteilwechsel, Layout-Revisionen) gesteuert, damit Qualität und Lieferfähigkeit stabil bleiben.

Warum ist Serienfertigung für Unternehmen relevant?

Serienfertigung wirkt sich direkt auf wirtschaftliche und organisatorische Ziele aus:

  • Qualität und Zuverlässigkeit: Wiederholbare Prozesse, definierte Prüfungen und stabile Parameter reduzieren Streuung und Ausfälle.
  • Kosten und Kalkulierbarkeit: Skaleneffekte, weniger Rüstanteile pro Stück und klarere Materialplanung verbessern die Planbarkeit.
  • Time-to-Market: Wenn die Überführung in die Serie sauber vorbereitet ist, lassen sich höhere Stückzahlen schneller hochfahren.
  • Lieferfähigkeit: Serienfertigung zwingt zu robustem Materialmanagement und unterstützt so eine verlässlichere Versorgung.
  • Transparenz und Digitalisierung: Serienprozesse profitieren stark von digitaler Dokumentenlenkung, Rückverfolgbarkeit und Kennzahlen (z. B. Ausschuss, Nacharbeit, Yield).

Für unsere Kunden bedeutet das: Serienfertigung ist der Punkt, an dem aus einer technischen Lösung ein belastbares, lieferfähiges Produkt wird – mit klaren Qualitätskriterien, definierten Prozessen und planbarer Produktion.

Mehr Einordnung rund um Fertigungsprozesse und typische Fertigungsschritte bietet der Überblick zur Elektronikfertigung.

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