19.12.2025

Simplex

Was bedeutet Simplex?

Simplex beschreibt eine Kommunikationsart, bei der Daten nur in eine Richtung übertragen werden: von einem Sender zu einem Empfänger. Ein Rückkanal ist nicht vorgesehen.

Ein einfaches Bild dafür ist ein Megafon: Die Information geht vom Sprecher nach außen – Rückmeldungen können zwar anders erfolgen, aber nicht über denselben „Übertragungsweg“.

Wichtig ist die Abgrenzung: Bei Halbduplex ist Kommunikation in beide Richtungen möglich, jedoch nicht gleichzeitig. Bei Vollduplex können beide Seiten gleichzeitig senden und empfangen (z. B. bei einem Telefonat).

Wofür wird Simplex eingesetzt?

Simplex wird eingesetzt, wenn Informationen zuverlässig und ohne Rückmeldung übertragen werden sollen – oder wenn eine Rückrichtung technisch oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.

  • Sensorik und Messdatenerfassung: Ein Sensor sendet Messwerte an eine Steuerung oder ein Gateway.
  • Anzeige- und Informationssysteme: Ein Gerät sendet Daten an ein Display oder eine Signalleuchte (Status/Alarm).
  • Broadcast-/Verteilkonzepte: Ein Sender verteilt Informationen an mehrere Empfänger, ohne dass diese antworten müssen.
  • Fertigung/Prüftechnik: Prüfadapter oder Testsysteme geben definierte Signale aus, die ein Prüfling lediglich „entgegennimmt“ (je nach Testkonzept).

Wie funktioniert Simplex in der Praxis?

In der Praxis bedeutet Simplex: Es gibt eine klare Rollenverteilung in Sender und Empfänger. Das kann über unterschiedliche technische Medien passieren – z. B. elektrisch, optisch oder per Funk.

Typische Ausprägungen in Elektronikprojekten sind:

  • Hardware-seitig: Eine Leitung bzw. ein Signalpfad ist nur in Senderichtung ausgelegt (z. B. Treiberstufe auf der Senderseite, Eingangs-/Schutzbeschaltung auf der Empfängerseite).
  • Protokoll-seitig: Das Datenformat ist „send-only“ konzipiert; Quittierungen, Wiederholungen oder Fehlerkorrektur laufen – wenn überhaupt – über andere Mechanismen (z. B. Zeitstempel, Plausibilitätsprüfungen, Redundanz).
  • System-seitig: Rückmeldungen erfolgen getrennt, etwa über eine zweite Schnittstelle, ein separates Signal oder über ein übergeordnetes System.

Gerade in der Elektronikfertigung und beim Testen ist die eindeutige Senderichtung hilfreich, weil sie die Verdrahtung, die Testlogik und damit auch die Automatisierung vereinfachen kann.

Warum ist Simplex für Unternehmen relevant?

Simplex ist für Unternehmen vor allem dort relevant, wo robuste, kosteneffiziente und klar beherrschbare Kommunikationswege gebraucht werden.

  • Kosten und Komplexität: Ein reiner Sendekanal reduziert häufig Bauteilaufwand, Leitungsanzahl und Software-/Protokollkomplexität.
  • Zuverlässigkeit: Weniger Funktionen bedeuten oft weniger Fehlerquellen – wichtig für stabile Serienprodukte.
  • Time-to-Market: Einfachere Schnittstellen lassen sich schneller integrieren, verifizieren und in Tests absichern.
  • Qualität & Testbarkeit: Einseitige Signale sind meist leichter zu prüfen (z. B. eindeutige Pegel, definierte Datenpakete), was Prüfabdeckung und Nachvollziehbarkeit unterstützt.
  • Digitalisierung/Automatisierung: In Datenketten (Sensor → Gateway → System) kann Simplex eine klare, skalierbare Datenflussrichtung unterstützen.

Im Projektalltag ist entscheidend, früh festzulegen, ob tatsächlich kein Rückkanal benötigt wird – oder ob Rückmeldungen (Quittierung, Diagnose, Parametrierung) später doch erforderlich sind. Das beeinflusst Architektur, Schnittstellenwahl und damit auch Aufwand in Entwicklung und Serienüberführung.

Im Kontext unserer Leistungen rund um Planung, Serienüberführung und Produktion hilft ein gemeinsames Begriffsverständnis – weitere Einordnung bietet die Seite zur Full Service EMS.

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