19.12.2025

SMD

smd

Was bedeutet SMD?

SMD ist die Abkürzung für Surface Mounted Device. Gemeint sind elektronische Bauteile, die bei der Leiterplattenbestückung nicht durch Bohrungen gesteckt werden, sondern direkt auf die Oberfläche der Leiterplatte (PCB) montiert und verlötet werden.

Anschaulich gesagt: Während klassische bedrahtete Bauteile (THT) wie „kleine Stifte“ durch Löcher gesteckt werden, liegen SMD-Bauteile wie „flache Bausteine“ auf Leiterbahnen und Lötpads auf.

Wofür wird SMD eingesetzt?

SMD ist heute der Standard in der Elektronikfertigung, weil damit sehr kompakte, leistungsfähige und automatisiert herstellbare Baugruppen möglich sind. Typische Einsatzfelder sind:

  • Industrieelektronik (z. B. Steuerungen, Sensorik, Kommunikation)
  • Automatisierung und Digitalisierung (z. B. IoT-/IIoT-Baugruppen, Gateways)
  • Medizintechnik (kompakte, zuverlässige Elektronik in Geräten)
  • Automotive-nahe Anwendungen (robuste Elektronik mit hoher Packungsdichte)
  • Konsum- und Haushaltsgeräte (kosteneffiziente Serienfertigung)

Auch passive Standardbauteile wie Widerstände und Kondensatoren sowie viele ICs (integrierte Schaltungen) sind üblicherweise als SMD ausgeführt.

Wie funktioniert SMD in der Praxis?

In der Fertigung ist SMD eng mit dem Prozess „SMT“ (Surface Mount Technology) verbunden. Typischer Ablauf:

  • Lötpaste auftragen: Eine Schablone bringt Lötpaste gezielt auf die Pads der Leiterplatte.
  • Bestücken: Automaten platzieren SMD-Bauteile präzise auf der Paste.
  • Reflow-Löten: Im Ofen schmilzt die Paste und bildet die Lötstellen.
  • Prüfung: Häufig folgen optische Prüfungen (z. B. AOI) und – je nach Produkt – elektrische Tests.

Wichtig ist dabei das Zusammenspiel aus Layout (Pad-Geometrie), Bauteilauswahl, Lotpasten- und Temperaturprofil sowie Prüfkonzept. Gerade bei feinen Strukturen (z. B. sehr kleine Bauformen oder eng beieinander liegende Pins) entscheidet Prozessstabilität über Qualität und Ausbeute.

Warum ist SMD für Unternehmen relevant?

SMD hat direkte Auswirkungen auf Kosten, Qualität und Time-to-Market – also auf Themen, die in Einkauf, Projektleitung und Management regelmäßig entscheidend sind:

  • Kompaktere Produkte: Mehr Funktion auf kleinerer Fläche ermöglicht kleinere Geräte, geringeres Gewicht und oft kürzere Signalwege.
  • Automatisierung und Skalierbarkeit: SMD ist gut automatisierbar, was bei Serienprojekten zu reproduzierbarer Qualität und planbaren Stückkosten beiträgt.
  • Zuverlässigkeit: Sauber ausgelegte Lötstellen, passende Bauteilpakete und stabile Prozesse erhöhen die Langzeitzuverlässigkeit – besonders bei Temperaturwechseln und Vibrationen.
  • Time-to-Market: Standardisierte SMD-Prozesse und gut prüfbare Designs erleichtern die Industrialisierung vom Prototyp zur Serie.
  • Kosten- und Lieferkettenaspekte: Bauteilverfügbarkeit, alternative Packages (Bauformen) und prozesssichere Ersatztypen sind wichtige Hebel, um Risiken und Kosten zu steuern.

Für viele Projekte ist daher nicht nur die Frage „SMD oder nicht“, sondern vor allem: Welche SMD-Bauformen sind prozesssicher, verfügbar und prüfbar – und wie werden Layout und Fertigung darauf abgestimmt?

Mehr Kontext zur SMD-Bestückung und dem zugehörigen Fertigungsprozess findet sich auf der Seite SMD.

Copyright 2026 VIERLING Production GmbH - Alle Rechte vorbehalten.