UART steht für Universal Asynchronous Receiver/Transmitter und bezeichnet eine serielle, asynchrone Kommunikationsschnittstelle. „Seriell“ bedeutet: Daten werden nacheinander Bit für Bit übertragen. „Asynchron“ bedeutet: Es gibt kein gemeinsames Taktsignal (keine separate Clock-Leitung), sondern Sender und Empfänger einigen sich auf Übertragungsparameter wie Baudrate und Datenformat.
Anschaulich lässt sich UART mit einem einfachen Gespräch vergleichen, bei dem beide Seiten vorher festlegen, wie schnell gesprochen wird und wie Sätze aufgebaut sind. Hält sich eine Seite nicht an diese Regeln, entstehen Verständnisfehler – in der Elektronik zeigt sich das dann als fehlerhafte Zeichen oder Verbindungsabbrüche.
UART wird in der Elektronikentwicklung und später im Produktbetrieb vor allem genutzt, wenn eine zuverlässige Punkt-zu-Punkt-Verbindung mit überschaubarem Aufwand benötigt wird. Typische Einsatzbereiche sind:
Im Vergleich zu komplexeren Bussystemen ist UART oft die „kleinste gemeinsame Schnittstelle“, die nahezu jedes Mikrocontroller- oder SoC-Design bereitstellt.
UART arbeitet typischerweise mit zwei Signal-Leitungen: TX (Transmit, Senden) und RX (Receive, Empfangen) sowie einer gemeinsamen Masse (GND). Weil es keine Clock-Leitung gibt, wird jedes Datenwort in einen klar erkennbaren Rahmen gepackt:
Wichtig ist, dass Sender und Empfänger dieselben Einstellungen verwenden (z. B. 115200 Baud, 8N1: 8 Datenbits, keine Parität, 1 Stopbit). In vielen Geräten wird UART als TTL/CMOS-Pegel (z. B. 3,3 V) geführt; für längere Leitungen oder eine robustere Umgebung wird häufig ein Pegelwandler auf RS-232 oder RS-485 eingesetzt.
Aus Entwicklungs- und Fertigungssicht sind außerdem Randbedingungen entscheidend: saubere Pegel, korrekte Leitungslängen, definierte Stecker-/Pinbelegung und ein Schutzkonzept (z. B. ESD-Schutz), wenn UART nach außen geführt wird.
UART ist für Unternehmen weniger wegen der „Schnittstelle an sich“ relevant, sondern wegen ihrer Auswirkungen auf Zuverlässigkeit, Kosten und Time-to-Market:
In der Praxis lohnt sich eine klare Festlegung: Wird UART nur intern für Entwicklung und Produktion verwendet, oder als Service-Schnittstelle am Produkt zugänglich gemacht? Diese Entscheidung beeinflusst EMV-/ESD-Auslegung, Gehäusekonzept, Dokumentation und Prüfstrategie.
Im Kontext der Produktrealisierung betrachten wir UART daher nicht isoliert, sondern als Teil der Gesamtauslegung von Hardware, Firmware und Prüfbarkeit – weitere Einordnung gibt es im Bereich Elektronikentwicklung.
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