19.12.2025

UART

uart

Was bedeutet UART?

UART steht für Universal Asynchronous Receiver/Transmitter und bezeichnet eine serielle, asynchrone Kommunikationsschnittstelle. „Seriell“ bedeutet: Daten werden nacheinander Bit für Bit übertragen. „Asynchron“ bedeutet: Es gibt kein gemeinsames Taktsignal (keine separate Clock-Leitung), sondern Sender und Empfänger einigen sich auf Übertragungsparameter wie Baudrate und Datenformat.

Anschaulich lässt sich UART mit einem einfachen Gespräch vergleichen, bei dem beide Seiten vorher festlegen, wie schnell gesprochen wird und wie Sätze aufgebaut sind. Hält sich eine Seite nicht an diese Regeln, entstehen Verständnisfehler – in der Elektronik zeigt sich das dann als fehlerhafte Zeichen oder Verbindungsabbrüche.

Wofür wird UART eingesetzt?

UART wird in der Elektronikentwicklung und später im Produktbetrieb vor allem genutzt, wenn eine zuverlässige Punkt-zu-Punkt-Verbindung mit überschaubarem Aufwand benötigt wird. Typische Einsatzbereiche sind:

  • Debugging und Inbetriebnahme von Mikrocontroller-Systemen (Ausgabe von Log-Meldungen, Statusinformationen).
  • Firmware-Update- und Service-Schnittstellen in Geräten, z. B. über interne Pins oder Service-Stecker.
  • Kommunikation mit Modulen wie GNSS/GPS-, Bluetooth-, LTE/5G- oder Sensor-Modulen, sofern diese UART als Interface anbieten.
  • Testadapter und Produktionstests, bei denen Geräte während der Fertigung geprüft, konfiguriert oder initialisiert werden.

Im Vergleich zu komplexeren Bussystemen ist UART oft die „kleinste gemeinsame Schnittstelle“, die nahezu jedes Mikrocontroller- oder SoC-Design bereitstellt.

Wie funktioniert UART in der Praxis?

UART arbeitet typischerweise mit zwei Signal-Leitungen: TX (Transmit, Senden) und RX (Receive, Empfangen) sowie einer gemeinsamen Masse (GND). Weil es keine Clock-Leitung gibt, wird jedes Datenwort in einen klar erkennbaren Rahmen gepackt:

  • Startbit: signalisiert den Beginn eines Zeichens.
  • Datenbits: meist 7 oder 8 Bit Nutzdaten.
  • Optionales Paritätsbit: einfache Fehlererkennung.
  • Stopbit(s): markiert das Ende des Zeichens.

Wichtig ist, dass Sender und Empfänger dieselben Einstellungen verwenden (z. B. 115200 Baud, 8N1: 8 Datenbits, keine Parität, 1 Stopbit). In vielen Geräten wird UART als TTL/CMOS-Pegel (z. B. 3,3 V) geführt; für längere Leitungen oder eine robustere Umgebung wird häufig ein Pegelwandler auf RS-232 oder RS-485 eingesetzt.

Aus Entwicklungs- und Fertigungssicht sind außerdem Randbedingungen entscheidend: saubere Pegel, korrekte Leitungslängen, definierte Stecker-/Pinbelegung und ein Schutzkonzept (z. B. ESD-Schutz), wenn UART nach außen geführt wird.

Warum ist UART für Unternehmen relevant?

UART ist für Unternehmen weniger wegen der „Schnittstelle an sich“ relevant, sondern wegen ihrer Auswirkungen auf Zuverlässigkeit, Kosten und Time-to-Market:

  • Schnellere Entwicklung und Fehlersuche: Eine UART-Konsole liefert früh Transparenz über Gerätestatus und Fehlerbilder, was Iterationen verkürzt.
  • Effiziente Tests in der Fertigung: UART kann für Konfiguration, Serialisierung oder Funktionschecks genutzt werden – ein Beitrag zu stabilen Prozessen und reproduzierbarer Qualität.
  • Geringe Systemkomplexität: Wenige Leitungen und einfache Implementierung reduzieren Hardware- und Integrationsaufwand.
  • Servicefähigkeit: Eine definierte UART-Service-Schnittstelle erleichtert Diagnose und Reparatur, was Ausfallzeiten und Kosten senken kann.

In der Praxis lohnt sich eine klare Festlegung: Wird UART nur intern für Entwicklung und Produktion verwendet, oder als Service-Schnittstelle am Produkt zugänglich gemacht? Diese Entscheidung beeinflusst EMV-/ESD-Auslegung, Gehäusekonzept, Dokumentation und Prüfstrategie.

Im Kontext der Produktrealisierung betrachten wir UART daher nicht isoliert, sondern als Teil der Gesamtauslegung von Hardware, Firmware und Prüfbarkeit – weitere Einordnung gibt es im Bereich Elektronikentwicklung.

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